Churer Professor kommt mit Flugzeug zur Arbeit
Derzeit finden viele sogenannte Nachhaltigkeitswochen an Schweizer Hochschulen und Universitäten statt. Ziel dieser Kurse sei, die Studierenden für ökologische Probleme zu sensibilisieren, wie 20 Minuten berichtet. Auch an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Chur wurden kürzlich solche Kurse durchgeführt. Diese mit besonderem Fokus auf nachhaltiges Reisen.
Was nicht als «nachhaltiges Reisen» verstanden wird, ist das Reisen mit dem Flugzeug. Professor Thorsten Merkle, Tourismus-Studienleiter der HTW Chur, postete jedoch kürzlich fröhlich ein Bild seines Arbeitsweges mit dem Flugzeug auf der Instagram-Seite der HTW Chur. Er lebe im Wallis und pendle mehrmals in der Woche zwischen Wohn- und Arbeitsort quer durch die Schweiz, schreibt die HTW im Post. Ganz der Touristiker mache er dies bei gutem Wetter manchmal mit dem Flugzeug. So zum Beispiel letzte Woche zum Frühlingsanfang.
Nachhaltigkeit sei ihm wichtig
Professor Merkle ist sich der Nachhaltigkeitsdebatte bewusst. «Natürlich kann man die Nachhaltigkeit einer gelegentlichen An- und Abreise zur Arbeit mit dem Flugzeug in Frage stellen, das sollte man sogar. Pendeln ist per se nicht nachhaltig.», wird er in dem Post zitiert. «Die ökologischen Folgen des (Hobby-) Fliegens kompensiere ich dadurch, dass ich kein Auto besitze. Auf einer sozialen Ebene liegen die Vorteile auf der Hand. Und einen 50-jährigen Oldtimer zu betreiben (…) schafft Arbeitsplätze in der Region.» rechtfertigt er sich.
Verbesserungspotenzial auf allen Ebenen
Die HTW Chur erklärte gegenüber 20 Minuten, dass es ihr nicht anstehe über die Freizeitaktivitäten, wozu auch der Arbeitsweg gehöre, ihrer Angehörigen zu urteilen. Die HTW Chur sei engagiert ihre Angehörigen, seien es Studierende, Mitarbeitende oder Lehrbeauftragte, für die Thematik zu sensibilisieren. «Wie in der Gesellschaft als Ganzes gibt es auch an der HTW Chur diesbezüglich Verbesserungspotenzial», meint Sprecherin Flurina Simeon gegenüber dem Nachrichtendienst.