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Sonova spürt zum Ende des Geschäftsjahrs die Corona-Pandemie

Der Hörgerätehersteller Sonova ist im Geschäftsjahr 2019/20 per Ende März zwar erneut gewachsen. Zum Jahresende spürte er die Corona-Pandemie jedoch deutlich. Auch mit Blick nach vorne präsentiert sich die Lage angespannt.

Agentur
sda
Dienstag, 19. Mai 2020, 07:50 Uhr Stäfa
Wegen der Wirtschaftskrise sind die Hörgeräte von Sonova weniger gefragt. (Archivbild)
Wegen der Wirtschaftskrise sind die Hörgeräte von Sonova weniger gefragt. (Archivbild)
KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Bereits im März hätte der Stäfner Konzern seine Prognose für das Umsatzwachstum gesenkt. Schliesslich legten die Verkäufe im vergangenen Geschäftsjahr noch um 5,6 Prozent auf neu 2,92 Milliarden Franken zu, respektive um 8,7 Prozent in Lokalwährungen, wie der Konzern am Dienstag bekanntgab.

Damit wurde das neue Ziel immerhin erreicht. Statt 9 bis 11 Prozent hatte das für die Marke Phonak bekannte Unternehmen gemäss tieferem Ausblick noch ein Plus von rund 8 Prozent prognostiziert.

«Massnahmen ergriffen»

In den letzten Wochen habe die weltweite Gesundheits- und Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie den Hörgerätemarkt und damit auch Sonova stark in Mitleidenschaft gezogen, hiess es in einer Mitteilung vom Dienstag. «Ich bin aber überzeugt, dass wir die richtigen Massnahmen ergriffen haben, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen», wurde CEO Arnd Kaldowski zitiert.

Betrachtet man den operativen Betriebsgewinn (EBITA), so gelang der Firma ebenfalls eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Der um Einmalkosten bereinigte Wert legte um 4,5 Prozent auf 620,8 Millionen zu.

Unter dem Strich erwirtschaftete das Unternehmen einen Reingewinn von 489,5 Millionen nach 460,2 Millionen im vorangehenden Geschäftsjahr.

Den Aktionären wird aufgrund der schwierigen Corona-Situation eine Aktiendividende vorgeschlagen. So sollen 150 bestehende Aktien zum Bezug einer neuen Aktie berechtigen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 2,90 Franken pro Anteilsschein ausgeschüttet.

Kein konkreter Ausblick

Mit den Eckdaten hat Sonova die Erwartungen der Analysten in etwa erreicht. Der Umsatz wurde gemäss einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP zuvor auf 2,90 Milliarden Franken geschätzt. Für den bereinigten EBITA war ein Wert von 609,5 Millionen erwartet worden. Mit einer Aktiendividende hatte allerdings niemand gerechnet.

Mit Blick nach vorne gibt sich das Management nun sehr vorsichtig. Aufgrund der Pandemie verzichtet das Management auf einen genauen kurzfristigen Ausblick. «Die fundamentalen Merkmale des Marktes für Hörlösungen sind nach wie vor attraktiv, und die Gruppe ist zuversichtlich, dass nach den gegenwärtigen Herausforderungen eine deutliche Erholung einsetzten wird», hiess es in dem Communiqué.

Dass das Geschäftsjahr 2020/21 für Sonova schwierig werden dürfte, war aufgrund der Pandemie zuvor bereits klar. «Unsere Zielgruppe sind die Senioren, die sich nun nur noch sehr vorsichtig bewegen», hatte Sonova-CEO Kaldowski im März zur Nachrichtenagentur AWP gesagt.

Widmer neu im Verwaltungsrat

Daneben gab das Unternehmen nebst den Zahlen weitere Neuigkeiten bekannt. So wird Adrian Widmer neu für die Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Er ist bekannt durch seine Rolle als Finanzchef beim Zuger Spezialitätenchemie-Unternehmen Sika.

Ausserdem erhält Sonova in den USA wohl Schadenersatz. Denn ein Berufungsgericht bestätigte ein früheres Urteil, wonach ein Konkurrent die Patente von Sonova verletzt hat. Man erwarte nun einen einmaligen Ertrag von ungefähr 100 bis 120 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2020/21, hiess es.

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