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Skiliftbetreiber hoffen auf grosszügige Unterstützung

Das Seil des Skilifts in Lantsch/Lenz in der Destination Lenzerheide hat bald ausgedient und muss ersetzt werden. Geld dafür ist keines da, ein Crowdfunding soll das Problem lösen. Es ist nicht das einzige kleine Skigebiet, das auf die Unterstzützung seiner Gäste zählt.

Corinne
Raguth Tscharner
Donnerstag, 10. Januar 2019, 11:21 Uhr Skilift Lantsch/Lenz vor dem Aus
Der Skilift in Lantsch/Lenz ist vor allem bei Familien mit Kindern beliebt.
PRESSEBILD

Nach über 20 Betriebsjahren muss das Skiliftseil in Lantsch/Lenz ersetzt werden. Ein kostspieliges Unterfangen, das laut Mitteilung 30'000 Franken verschlingt. «Das Seil ist noch etwa ein Jahr benutzbar - Maximum», sagt Markus Pieren, Verwaltungsratspräsident der Skilift Lantsch/Lenz AG. Zurzeit sei das alte Seil noch absolut sicher, aber je früher ein neues montiert wird, desto besser, denn auch die Kosten der jährlichen Kontrollen des alten Seiles gehen in den vierstelligen Bereich. Diese Kosten wolle man sparen, sagt Pieren weiter. Wenn das Seil nicht ersetzt werde, bedeute dies das Aus für den Skilift, der vor allem bei Familien mit Kindern sehr beliebt sei.

«Das Seil ist noch etwa ein Jahr benutzbar – Maximum.»

Es muss also gehandelt werden, wenn der Skilift weiterbetrieben werden soll. Das ist aber nicht ganz so einfach, denn der Skilift Lantsch/Lenz AG fehlen die nötigen finanziellen Mittel dazu. Der Grund: «Wir haben in den letzten Jahren relativ viel investiert», sagt der VR-Präsident. So seien eine neue Skihütte, ein Zauberteppich für das Kinderwunderland und ein beheizter WC-Wagen errichtet worden und die Piste könne heute komplett beschneit werden.

«Es war schon absehbar, dass das Seil ersetzt werden muss. Wir haben aber nicht damit gerechnet, dass es so früh geschehen muss», erklärt Pieren. Man habe gehofft, das Seil noch zwei oder drei Jahre so betreiben zu können. «Jetzt hat uns die Situation eingeholt.»

Crowdfunding soll helfen

Lösen wollen die Skiliftbetreiber den finanziellen Engpass mit einer Crowdfunding-Aktion. «Wir dachten, das Crowdfunding sei etwas für uns, weil wir immer wieder sehr positive Rückmeldungen von unseren Gästen, den Einheimischen und Ferienhausbesitzer bekommen haben. Sie sagen, dass wir zu dem kleinen Skilift Sorge tragen und ihn auf alle Fälle weiterbetreiben sollen und sie uns dabei auch unterstützen würden», sagt Pieren. Mit dem Crowdfunding nehme man die Leute nun beim Wort.

Pieren ist zuversichtlich, dass das Geld auf diese Weise zusammenkommt. Über 3700 Franken sind in den vergangenen vier Tagen bereits gespendet worden. 95 Tage lang läuft die Crowdfunding-Aktion noch.

Die öffentliche Hand erstmal aus dem Spiel lassen

Angst, dass die Leute von Crowdfunding-Aktionen müde sind, hat der VR-Präsident nicht. «Wir versuchen auch wirklich die Leute anzusprechen, die von dem Lift profitieren.» Ausserdem wisse man, dass das Geld direkt im Betrieb eingesetzt werde und schlussendlich auch die vielen Kinder, die den Hauptteil der Gäste ausmachen, davon profitieren.

Falls mit dem Crowdfunding doch nicht genügend Geld zusammenkommt, will die Skilift AG weitere Interessenten und mögliche Gönner und Sponsoren ansprechen oder ein Darlehen aufnehmen. «Wir wollten eben nicht direkt bei der öffentlichen Hand anklopfen», so Pieren.

Auch andere Bündner Skigebiete hoffen auf Spenden

Lantsch/Lenz ist nicht das einzige kleine Skigebiet in Graubünden, das auf die Unterstützung seiner Gäste zählt. In der Vergangenheit haben bereits die Verantwortlichen des Skilifts Mastrils via Crowdfunding Geld für neue Pistenfahrzeuge gesammelt.

Und auch das Skigebiet Hochwang im Schanfigg bittet um Spenden. «Mit Ihrer Unterstützung schaffen wir es sicher, unser schönes Hochwang Skigebiet am Leben zu erhalten», heisst es auf der offiziellen Webseite, wo auch die Kontonummer für Spenden vermerkt ist. 8700 Franken sind so schon zusammengekommen.

Danke unseren Spendern, ihr seid klasse! Wer auch seinen Teil zur Rettung des Hochwangs leisten mag, darf gerne schaufeln kommen oder auch spenden:-) Mehr Infos: www.hochwang.ch

Gepostet von Hochwang Schanfigg am Mittwoch, 9. Januar 2019

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