Der Verband ist willig, doch Graubünden schwach
Im Februar 2014 hatte die Churer Stimmbevölkerung mit rund 60 Prozent der Stimmen den Bau eines nationalen Leistungszentrums auf der Oberen Au abgeschmettert. Mit dem Nein zum Riedpark Landquart am Abstimmungssonntag ist die nächste Chance dahin.
Wie der Churer Stadtpräsident Urs Marti gegenüber Radio Südostschweiz erklärte, sei das Interesse der Stadt Chur an einem nationalen Leistungszentrum aber nach wie vor vorhanden.
Nimmt jetzt Chur wieder einen Anlauf?
Das Churer Projekt würde wohl auf Zuspruch des Unihockeyverbands stossen. Denn das nationale Sportanlagenkonzept sieht vor, dass sich die Verbandsaktivitäten auf die drei Standorte «West», «Mitte» und «Ost» verteilen. Der Standort «West» befindet sich in Magglingen und als Standort «Mitte» ist Winterthur vorgesehen. In der zweitgrössten Stadt des Kantons Zürich ist das neue Sportzentrum «Win4» in der Entstehung. Ab Herbst 2018 sollen die Zusammenzüge der Nationalteams dort stattfinden, wie das Internetportal «landbote.ch» Ende Juli berichtete.
Bleibt der Standort «Ost», wofür Graubünden aufgrund dreier NLA-Klubs sowie langer und erfolgreicher Unihockey-Tradition das prädestinierte Terrain wäre. Ohne moderne Anlagen oder zumindest zeitnah zu realisierende Projekte steht das Bündner Unihockey vor einer ungewissen Zukunft.
Daniel Brunner, Mitglied Zentralvorstand Swiss Unihockey
Man habe das Votum der Landquarter Stimmberechtigten zur Kenntnis genommen und werde die Situation in den nächste Wochen neu beurteilen, sagt Daniel Brunner, Mitglied des Zentralvorstands von Swiss Unihockey auf Anfrage von «suedostschweiz.ch». Man sei in der glücklichen Lage, für den Standort «Ost» keinen Zeitdruck zu haben. Vielmehr wolle man einen Standort definieren, der «die weiteren Stützpunkte optimal ergänzt.»
Trotzdem: Kann die Stadt Chur dem Verband kein erfolgsversprechendes Konzept präsentieren, sieht sich Swiss Unihockey gezwungen, nach Alternativen Ausschau zu halten. Brunner dazu: «Es gibt diverse Projekte, respektive Standorte, welche bereits Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns angemeldet haben. Basierend auf unseren Bedürfnissen werden wir einzelne Projekt näher verfolgen.»
Klar ist: Für die Bündner Unihockeyklubs hat die Uhr fünf vor zwölf geschlagen.