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Tourismus

Neue Obersee-Rundfahrt soll mehr Gäste bringen

Die morgendliche Obersee-Rundfahrt der Zürichsee Schifffahrt wird gestrichen. Nun laufen Gespräche mit privaten Anbietern für eine neue Rundfahrt ab Rapperswil.
Jérôme Stern
21.09.2017, 04:30 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

Die morgendliche Obersee-Rundfahrt wird ab nächster Saison nicht mehr angeboten. Dies hat die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) Anfang Woche bekannt gegeben. Diese Rundfahrt wurde 2012 auf Wunsch der Obersee-Gemeinden eingeführt, die Nachfrage entwickelte sich jedoch nicht wie erhofft.

Die Kosten für die Rundfahrt wurden von Rapperswil-Jona, Pfäffikon, Lachen, Altendorf und Schmerikon getragen. Dies, weil die Rundfahrt nicht zum regulären Angebot des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) gehört.

Hohe Kosten, wenige Passagiere

Pro Saison berappten die Gemeinden insgesamt 180 000 Franken. Davon übernahmen Rapperswil-Jona 87 000 und Schmerikon rund 18 000 Franken. Freienbach bezahlte 43 500 Franken, Lachen und Altendorf 18 000, respektive 14 500 Franken.

«Die Nachfrage blieb stets bescheiden», sagt Connie Hürlimann, Mediensprecherin der ZSG. Sie betont, dass die Entscheidung in keinem Zusammenhang mit der Einführung des Schiffszuschlages stünde. Grundlage für den Schritt waren laut Hürlimann nämlich die Passagierzahlen aus der Zeit vor dem Zuschlag von fünf Franken. Diese Zahlen sprechen in der Tat eine deutliche Sprache: Gemäss Angaben der ZSG sind in den Oberseegemeinden durchschnittlich bloss ein bis fünf Passagiere zugestiegen. Am Hafen Rapperswil waren es immerhin rund 50 Personen.

Für den Geschäftsführer von Rapperswil Zürichsee Tourismus, Simon Elsener, ist klar, dass die grosse morgendliche Rundfahrt nicht mehr zeitgemäss ist. «Heute möchte ein Schiffsgast eine Reise von vielleicht eineinhalb Stunden unternehmen.» Mit über acht Stunden Dauer sei die grosse Rundfahrt schlicht zu lange.

Neues Angebot für die Region

«Die Schifffahrt ist für die Region und den Tourismus extrem wichtig», so Elsener. Doch gelte es ein Angebot zu kreieren, dass genügend Nachfrage finde. Sonst müssten letztlich die Steuerzahler die Kosten tragen.

Für Elsener sollte eine neue und zeitgemässe Rundfahrt von Rapperswil aus starten und dabei die Oberseegemeinden verbinden. Er ist überzeugt, dass ein solches Angebot auf viel Interesse stossen würde. Das sieht auch die ZSG so. «Wir haben den Fächer weit geöffnet und viele Varianten in Betracht gezogen, auch ein Hub in Rapperswil wird geprüft», so Hürlimann. Sie betont, dass die ZSG zurzeit den kompletten Fahrplan überarbeite und man noch in der Konzeptphase stecke. Das neue Fahrplanangebot könnte frühestens im Sommer 2020 starten.

Peter Göldi, Geschäftsführer von Agglo Obersee, bestätigt, dass entsprechende Gespräche laufen. Und zwar nicht nur mit der ZSG, sondern auch mit privaten Anbietern. Konkret sind dies die Schifffahrtsbetriebe Hensa aus Rapperswil-Jona sowie Rickli aus Schmerikon.

Rundfahrt mit kleinem Schiff

Zurzeit favorisieren die Oberseegemeinden ein Angebot mit einem Schiff für höchstens 100 Passagiere. Laut Göldi könnte ein solches Angebot sogar schon ab 2019 realisiert werden. Damit die Gemeinden die zu erwartenden Kosten ins Budget 2019 aufnehmen könnten, müssten ZSG und die privaten Unternehmen ihre Angebote spätestens Mitte 2018 vorlegen können.

Anders als die morgendliche Obersee-Rundfahrt wird jene am Nachmittag beibehalten. Diese verlässt wie bis anhin um 11.30 Uhr Zürich und erreicht Rapperswil um 13.15 Uhr.