Ein Sibirischer Tiger soll Asiaten nach Arosa bringen
Bis 2020 wird auch ein Sibirischer Tiger aus China zu uns kommen», sagt Pascal Jenny, Tourismusdirektor Arosa. Die Stiftung Vier Pfoten habe in der Region Shaanxi im Norden Chinas verschiedene Tiger im Visier, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden. «Aus welcher Ortschaft der Tiger genau kommen wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.»
Dass die Idee für Arosa erfolgversprechend sein kann, beweisen die Bären. Rund 35 000 Personen haben im vergangenen Sommer innerhalb von zwei Monaten das Arosa Bärenland besucht. Mittlerweile wohnen neben Napa auch Meimo und Amelia im Bärenland. In den kommenden Jahren werden laut Jenny noch zwei weitere Bären dazukommen.
Millionenschweres Projekt
Der Sibirische Tiger ist die grösste Unterart der Tiger, sodass er bezügliche seines Wärmehaushalts am besten an Kälte angepasst ist. Gerade deswegen sei er besonders geeignet für eine Region wie Arosa, betont Jenny. Komme hinzu, dass der Sibirische Tiger insbesondere durch Wilderei und Strassenbau vom Aussterben bedroht sei. «In Arosa gibt es weder Wilderei noch viele Strassen.»
Leben werde der Tiger in einem anderen Gehege als die Bären. Dieses soll direkt neben der Skipiste entstehen, wie Jenny erklärt. Gebaut werde das Gehege gleich wie jenes vom Bärenland. Mit diesem habe man bisher gute Erfahrungen gesammelt. «So ist auch die Sicherheit für unsere Gäste kein Problem.» Er hoffe, dass das Projekt bereits diesen Sommer bewilligt werde. Kosten soll das Projekt rund neun Millionen Franken, wovon ein Grossteil – wie bereits beim Bärenland – von Spendeorganisationen finanziert werden soll.
Auch der Kanton Graubünden steht hinter dem Millionen-Projekt. «Volkswirtschaftlich gesehen ist das ein sehr wichtiges Projekt», erklärt Regierungsrat Marcus Caduff. Daher habe die Regierung beschlossen, ein verkürztes Bewilligungsverfahren für Bauten ausserhalb der Bauzonen durchzuführen.
Herausforderung Transport
Zur grössten Herausforderung dürfte der Transport des Tigers führen, wie Jenny erklärt. Bereits mit den Bären sei dies nicht immer einfach gewesen. Im Gegensatz zu den Bären komme der Tiger wohl mit dem Flugzeug. «Momentan sind wir in Verhandlungen mit Cargo Swiss», so Jenny. Aus Tierschutzgründen soll der Tiger mit einem Extraflug in die Schweiz gebracht werden.
Den asiatischen Markt stärken
Dass der Neuzugang aus China komme, sei aus touristischer Sicht natürlich erfreulich, wie Pascal Jenny erklärt. «Der asiatische Markt hat ein riesiges Potenzial.» Mit diesen Tourismusaktivitäten im chinesischen Markt und den damit verbundenen Gästen aus Asien wolle Arosa auch den Tier- und Artenschutz in China fördern. Mit diesem Projekt könne erneut gezeigt werden, wie gut Tierschutz mit Tourismus kombiniert werden kann.