Selbstständig leben – auch mit Unterstützung
Frau De Cambio, was brauchen ältere Menschen in Rapperswil-Jona, damit sie möglichst lange selbstständig und nach ihren eigenen Vorstellungen leben können?
Eine geeignete Wohnsituation, eine gute Gesundheitsversorgung, Unterstützung im Alltag und Möglichkeiten, soziale Kontakte zu pflegen. Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht, alles allein bewältigen zu müssen. Vielmehr geht es darum, das eigene Leben möglichst lange nach den persönlichen Vorstellungen zu gestalten – auch wenn man Unterstützung benötigt. Mit dem Altersforum bietet die Stadt Rapperswil-Jona eine Plattform, auf der ältere Menschen ihre Anliegen, Erfahrungen und Ideen einbringen können. Denn eine altersfreundliche Stadt entsteht nicht allein am Schreibtisch.
Welche Rolle spielt RaJoVita in diesem Netzwerk?
RaJoVita ist eine wichtige Partnerin in der Altersversorgung von Rapperswil-Jona. Mit ihren ambulanten und stationären Angeboten leistet die Stiftung einen wesentlichen Beitrag zur Betreuung und Pflege. Die Drehscheibe RaJoVita bietet älteren Menschen und ihren Angehörigen im Auftrag der Stadt kostenlose Beratung, Begleitung und Unterstützung.
Was brauchen denn die Angehörigen, damit diese Aufgabe langfristig tragbar bleibt?
Angehörige leisten einen enorm wertvollen Beitrag. Sie unterstützen im Alltag, organisieren Termine, begleiten zu Untersuchungen und übernehmen häufig anspruchsvolle Betreuungs- und Pflegeaufgaben. Doch wir dürfen nicht davon ausgehen, dass sie diese Verantwortung unbegrenzt tragen können.
Sie brauchen verständliche Informationen, kompetente Beratung, verlässliche Ansprechpersonen und konkrete Entlastungsmöglichkeiten. Dazu gehören ambulante Unterstützung, Tagesangebote oder zeitlich begrenzte Betreuungsangebote. Entscheidend ist, dass Angehörige frühzeitig Hilfe erhalten – und nicht erst dann, wenn sie an ihre Belastungsgrenzen stossen.
