Sauna für Einsteigerinnen und Einsteiger: So gelingt der erste Saunagang
Nackt mit fremden Menschen in einem heissen Raum – für Saunaprofis Alltag, für Einsteigerinnen und Einsteiger oft eine Hemmschwelle. Doch wie funktioniert ein Saunagang und was muss man beachten?
Wer die neu renovierte Saunalandschaft des Bogn Engiadina betritt, dürfte zunächst überrascht sein. Decken und Wände wurden neu gefliest, Holz prägt heute stärker das Bild als Stein. Die Begegnungsinsel in der Mitte ist rund statt eckig und lässt den Raum dadurch offener wirken. Grünpflanzen sorgen für einen frischen Akzent. Auch beim Boden hat sich etwas verändert: Der früher unebene Steinboden wurde aus Sicherheitsgründen begradigt. «Wir haben einfach gemerkt, dass dieser Boden für unsere älteren Gäste nicht so praktikabel ist», sagt Claudio Duschletta, Direktor des Bogn Engiadina.
Für den ersten Saunagang braucht es ohnehin nicht viel: ein grosses Handtuch als Unterlage, Bademantel und Badeschuhe – und schon bist du bereit. Vor dem Saunieren duscht man sich ab und trocknet sich anschliessend gut ab. Denn auf trockener Haut kommt der Körper schneller ins Schwitzen.
Die passende Sauna finden
60 oder 90 Grad? Für Einsteiger muss es nicht gleich die heisseste Sauna sein. Im Bogn Engiadina stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Die Biosauna ist mit angenehmen 60 Grad die mildeste Variante und eignet sich deshalb gut, um sich langsam an die Hitze zu gewöhnen. In der finnischen Sauna wird es deutlich heisser – hier finden auch die Aufgüsse statt. Die Kaminsauna sorgt mit ihrem offenen Kamin für eine besondere Atmosphäre. Für Frauen gibt es zudem eine Damensauna. Welche Sauna die richtige ist, hängt nicht nur von der Temperatur ab. Entscheidend ist, womit man sich wohlfühlt. Wer zum ersten Mal sauniert, darf ruhig mit der milderen Variante beginnen.
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In der Hitze: lieber auf den Körper hören
In der Sauna gibt es keine Prüfung zu bestehen. Zehn bis 15 Minuten gelten als übliche Orientierung, doch niemand muss so lange bleiben. Wer sich unwohl, schwindlig oder zu stark belastet fühlt, verlässt die Sauna. Die wichtigste Grundregel bringt Harald Trafoier auf den Punkt: «Jeder muss selbst auf seinen Körper hören.»
Gerade für Einsteiger ist das wichtig. Nicht die Uhr entscheidet, wann ein Saunagang vorbei ist, sondern das eigene Empfinden. Und auch der Platz spielt eine Rolle: Je höher man sitzt, desto heisser ist es. Wer empfindlich auf Hitze reagiert, beginnt deshalb besser auf einer tieferen Bank.
Aufguss: Wenn es noch einmal heisser wird
Im Bogn Engiadina finden die Aufgüsse in der finnischen Sauna statt. Dabei wird Wasser auf die heissen Saunasteine gegeben, wodurch die Luftfeuchtigkeit kurzfristig steigt und die Hitze intensiver empfunden wird. Im Bogn Engiadina gehören auch Salzpeelings zum Angebot. Sie werden mit Kräutern aus Guarda angereichert und in verschiedenen Varianten angeboten. Eine davon trägt den Namen «Engadiner Arvenluft» – und verspricht schon mit ihrem Duft ein kleines Stück Wald: Es riecht, als würde man geradewegs durch einen Unterengadiner Arvenwald spazieren. Für Einsteiger gilt auch beim Aufguss: Zuschauen und ausprobieren ist erlaubt, mitmachen aber kein Muss. Wer die Hitze als zu intensiv empfindet, kann den Raum jederzeit verlassen.
Abkühlen gehört zum Saunagang
Nach der Hitze kommt die Abkühlung. Und die ist keineswegs nur eine kurze Unterbrechung: Abkühlen und Ruhephasen sind genauso wichtig wie das Saunieren selbst. Nach dem Saunagang geht es darum, dem Körper wohltuende Erfrischung zu verschaffen. Wer abrupte Wechsel in der Temperatur mag, steigt nach dem Rauskommen gleich in die Kaltwasserrotte: 16 Grad hat das Wasser dort nur. Ergänzt wird das Angebot durch einen Eisbrunnen und eine Wasserfallwand. Wer es etwas weniger kalt angehen möchte, kann sich zunächst einfach kalt abduschen und danach die Abkühlung an der frischen Luft suchen. Im neu gestalteten Aussenbereich steht neu ein Kneipp-Becken zur Verfügung. Apropos Füsse: Sie können nach dem Saunagang schnell auskühlen. Deshalb stehen im Bogn Engiadina auch Becken für individuelle Fussbäder zur Verfügung. So lässt sich die Temperatur ganz nach dem eigenen Empfinden regulieren. Danach folgt die Ruhephase. Jetzt braucht der Körper Zeit, um sich wieder zu regulieren. Ruheräume und die Panorama-Liegewiese laden zum Entspannen ein. Hinsetzen, hinlegen, entspannen – und nichts leisten müssen.
Noch eine Runde?
Wenn man sich danach wohlfühlt, kann der Ablauf wiederholt werden. Zwei bis drei Saunagänge sind üblich, vorgeschrieben sind sie aber nicht. Gerade beim ersten Besuch kann bereits ein einziger Durchgang reichen.
Der kleine Sauna-Knigge
Ein paar Regeln machen den Aufenthalt für alle angenehmer:
Nackt saunieren: In der klassischen Sauna wird ohne Badebekleidung sauniert. Ein grosses Handtuch dient als Unterlage für den ganzen Körper.
Ruhe bewahren: In der Sauna wird leise gesprochen oder geschwiegen. Wer sich unterhalten möchte, kann dies ausserhalb des Schwitzraums tun.
Tür schnell schliessen: So bleibt die Wärme dort, wo sie hingehört.
Abstand halten: Ein bisschen persönlicher Raum gehört auch in der Sauna dazu.
Genug trinken: Durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. Deshalb sollte man vor und zwischen den Saunagängen ausreichend trinken. Im Bogn Engiadina steht dafür jederzeit Tee zur Verfügung.
Quellwasser degustieren: An den Mineralbrunnen können Sie Mineralwasser aus den einheimischen Quellen Sotsass und Vi kosten – jede Quelle hat ihre eigene mineralische Zusammensetzung und damit auch ihren eigenen Geschmack.
Dein Körper ist dein eigener Massstab: Nicht möglichst lange durchhalten, sondern herausfinden, was dem eigenen Körper guttut.
Über das Bogn Engiadina
Das Bogn Engiadina verbindet Bade-, Wellness- und Saunaerlebnis mit der besonderen Wassertradition des Unterengadins. Auf rund 5000 Quadratmetern finden sich verschiedene Badebereiche, das Römisch-Irische Bad, eine rundum erneuerte Saunalandschaft sowie weitere Angebote rund um Erholung und Wohlbefinden. Das Wasser stammt aus den mineralreichen Quellen der Region.