Mythos Hypothek im Alter – was kann ich mir leisten?
Was bei einer Hypothek im Alter zählt
Die zentrale Botschaft lautet: Nicht das Alter ist entscheidend, sondern ob die Hypothek bzw. Verschuldung basierend auf die wirtschaftlichen Gegebenheiten sowie regulatorischen Vorgaben tragfähig ist. Auch nach der Erwerbsaufgabe ist eine Fremdfinanzierung des Eigenheims möglich, sofern genügend Einnahmen und/oder freies Vermögen vorhanden sind. Wichtig ist eine ganzheitliche Betrachtung der finanziellen Situation – unter Einbezug von Familienkonstellation, vorhandener Liquidität, der gegenwärtigen Vermögensstruktur sowie einer allfälligen Vermögens-Nachfolgeplanung.
In der Pensionsphase ist der Vermögensverzehr häufig die Realität: Nach Vermögensaufbau und Vermögenssicherung folgt eine Phase, in der Vermögen zur Finanzierung des Lebensstandards genutzt wird. Deshalb sind Budgetplanung, regelmässige Überprüfung der Ausgaben, passende Vermögensstrukturierung und ausreichende Liquidität zentrale Erfolgsfaktoren.
Lebenserwartung, Kosten und Zustand der Immobilie
Gleichzeitig gibt es Stolpersteine: Die eigene Lebenserwartung wird oft unterschätzt, und Lebenshaltungskosten verändern sich im Alter. Gesundheits- und allgemeine Lebenshaltungskosten können steigen, während Ausgaben für Freizeit oder Reisen sinken können. Die Lebenserwartung in der Schweiz im Alter von 65 Jahren ist deutlich gestiegen: 2020 lag sie bei Männern bei 19.3 Jahren und bei Frauen bei 22.2 Jahren.
Hinzu kommt die Frage bezüglich Freude und Bürde an der Immobilie. So kommt nebst dem Aufwand, welcher eine Immobilie mit sich bringen kann – wie Gartenarbeit, Reinigung und allgemeine Instandhaltung und Ausgaben – auch die Frage hinzu, wie «fit» ist die Immobilie. D.h. stehen noch nötige oder dringliche Investitionen – beispielweise ein aufgelaufener Renovationsbedarf oder energieeffiziente Sanierungen – an und aus welchen Mitteln soll dies finanziert werden.