Zum Glück braucht man sie nur selten. Doch wenn es darauf ankommt, zeigt sich, wie gut die Hausapotheke wirklich ausgestattet ist. Wir zeigen dir, was in den Grundstock gehört.
Du verbrennst dir beim Kochen die Hand oder erwachst mitten in der Nacht mit stechenden Kopfschmerzen. Jetzt zählt jede Minute – und du bist froh, wenn Pflaster, Schmerzmittel oder Wundsalbe bereits zu Hause griffbereit sind. «Sehr viele Fälle im Notfalldienst würden sich vermeiden lassen, wenn zu Hause ein kleiner Grundstock an Medikamenten und Verbandsmaterial vorhanden wäre», sagt Fachapothekerin Elke Müller von der Fortuna Apotheke in Chur. Oft gehe es nicht um schwere Notfälle, sondern um Beschwerden, die sich mit wenigen, gut ausgewählten Produkten bis zum nächsten Arzt- oder Apothekenbesuch gut überbrücken liessen.
Die wichtigsten Helfer für den Alltag
Eine Hausapotheke muss weder gross noch teuer sein. «Über das Ziel hinausschiessen muss man nicht», sagt Rettungsspezialist David-Ulrich Rade. «Ein paar gut ausgewählte Medikamente und Verbandsmaterial reichen für die meisten Alltagssituationen völlig aus.»
Zur Grundausstattung gehören aus Sicht der Fortuna Apotheke:
ein universell einsetzbares Schmerzmittel mit fiebersenkender Wirkung
Halsschmerztabletten oder ein Halsschmerzspray
eine Wund- und Heilsalbe
eine Schmerzsalbe für Muskel- und Gelenkbeschwerden
Pflaster in verschiedenen Grössen
sterile Kompressen und Verbandsmaterial
Desinfektionsmittel für kleinere Wunden
eine Pinzette, Schere und Einweghandschuhe
Schnittverletzungen und kleinere Verbrennungen gehören zu den häufigsten Haushaltsunfällen. Wer das Nötigste griffbereit hat, kann rasch reagieren und spart sich oft den Gang in den Notfalldienst.
Wie notfallbereit ist deine Hausapotheke? Mach den Selbsttest.
☐ Du schneidest dir beim Kochen in den Finger. Findest du innert einer Minute Pflaster und Desinfektionsmittel? ☐ Mitten in der Nacht beginnen heftige Kopfschmerzen. Hast du ein Schmerzmittel zu Hause, das noch haltbar ist? ☐ Dein Hals kratzt und jede Minute wird das Schlucken unangenehmer. Liegt ein Halsschmerzspray oder entsprechende Tabletten griffbereit? ☐ Ein Kind im Haushalt bekommt plötzlich Fieber. Weisst du, wo das Fieberthermometer ist – und hast du ein altersgerechtes Medikament zu Hause? ☐ Wann hast du deine Hausapotheke zuletzt kontrolliert? Ist das weniger als ein Jahr her?
4–5-mal Ja? Dann bist du für die häufigsten Alltagssituationen gut gerüstet. 0–3-mal Ja? Dann lohnt sich ein kurzer Check deiner Hausapotheke. Oft reichen schon wenige Ergänzungen, damit du im Ernstfall nicht erst losziehen musst. Mach den Selbsttest.
Familien brauchen etwas mehr
Leben Kinder im Haushalt, gehört zusätzlich ein Fieberthermometer sowie ein altersgerechtes Schmerz- und Fiebermittel – etwa als Sirup oder Zäpfchen – in die Hausapotheke. «Und schon ist man für die häufigsten Notfälle gut gerüstet», sagt Elke Müller. Eine gut ausgestattete Hausapotheke gibt Sicherheit – und kann sich auch finanziell lohnen. Der Notfalldienst verrechnet Zuschläge, sodass selbst ein einfaches Schmerzmittel, das tagsüber rund zehn Franken kostet, schnell ein Mehrfaches kosten kann.
Die Hausapotheke braucht Pflege
Mindestens einmal pro Jahr sollte die Hausapotheke kontrolliert werden. Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente gehören zur fachgerechten Entsorgung zurück in die Apotheke.
Auch die Frage nach dem geeigneten Aufbewahrungsort taucht immer wieder auf. «Viele Menschen bewahren Medikamente im Badezimmer auf», sagt David-Ulrich Rade. «Wegen der Feuchtigkeit und den Temperaturschwankungen ist das jedoch nicht ideal.» Besser eignet sich ein trockener, möglichst kühler Ort, etwa ein Schrank im Schlafzimmer – selbstverständlich ausser Reichweite von Kindern.
Was gehört nicht in die Hausapotheke?
Angebrochene oder übrig gebliebene verschreibungspflichtige Medikamente gehören nicht in die Hausapotheke. Nach einer Operation oder einem Spitalaufenthalt bleiben häufig stärkere Schmerzmittel oder andere Arzneimittel übrig. Sie sind auf eine bestimmte Person und Behandlung abgestimmt und eignen sich weder als Reserve noch für andere Familienmitglieder.
Deshalb gilt: Nach Abschluss einer Behandlung sollten nicht mehr benötigte Medikamente immer in die Apotheke zurückgebracht werden – auch wenn sie noch nicht abgelaufen sind.
Abgelaufen oder angebrochen – wann wird es heikel?
Nicht jedes Medikament wird mit dem Ablaufdatum sofort unwirksam. Trotzdem raten die Apothekeninhaber, grundsätzlich keine abgelaufenen Arzneimittel mehr einzunehmen. Besondere Vorsicht gilt bei flüssigen Präparaten.
«Augentropfen müssen steril sein», erklärt David-Ulrich Rade. «Werden sie zu lange verwendet, können sich Keime vermehren. Im schlimmsten Fall drohen schwere Augeninfektionen.»
«Nach dem Öffnen bleiben die meisten Augentropfen nur rund vier Wochen haltbar», ergänzt Fachapothekerin Elke Müller. «Danach gehören sie entsorgt – auch wenn das aufgedruckte Verfalldatum noch nicht erreicht ist.»
Wer unsicher ist, bringt das Präparat zur Kontrolle in die Apotheke oder lässt es dort fachgerecht entsorgen.
Fortuna Apotheke Chur
Seit über 50 Jahren ist die Fortuna Apotheke eine Anlaufstelle für Gesundheitsfragen in Chur. Inhaberin und Fachapothekerin Elke Müller sowie Mitinhaber David-Ulrich Rade beraten persönlich und kompetent – von der klassischen Medikamentenabgabe über Impf- und Reiseberatungen bis hin zu Wundversorgungen, Gesundheitschecks und weiteren Apothekendienstleistungen. Eine Terminvereinbarung ist für viele Angebote nicht nötig.
📍 TopPharm Fortuna Apotheke, Tittwiesenstrasse 55, 7000 Chur
📞 Telefon: 081 284 20 22
🌐 Website: www.toppharm.ch/fortuna-chur