Ehe oder Konkubinat: Wer schützt Familie und Eigenheim?
Krankheit, Unfall oder Todesfall können jede Familie treffen. Wer die Vorsorge kennt, schützt Einkommen, Kinder und Zuhause besser.
Nina und Marco stehen mitten im Leben. Beide sind Anfang vierzig, haben zwei Kinder, ein Eigenheim und viele Pläne für die Zukunft. Marco arbeitet Vollzeit und verdient 100'000 Franken pro Jahr. Nina ist Teilzeit tätig und erzielt ein Einkommen von 35'000 Franken. Gemeinsam finanzieren sie ihr Haus, bezahlen die Ausbildung ihrer Kinder und leisten sich ab und zu Familienferien.
Für sie scheint alles geregelt zu sein.
Doch was passiert, wenn das Leben plötzlich anders verläuft als geplant?
Wenn Krankheit oder Unfall die finanzielle Situation verändert
Diese Frage stellen sich viele Menschen erst dann, wenn sie persönlich betroffen sind. Dabei gehören Krankheit, Unfall, Erwerbsunfähigkeit und Todesfall zu den grössten finanziellen Risiken einer Familie.
Interessanterweise denken die meisten zuerst an einen schweren Unfall. Die Statistik zeigt jedoch ein anderes Bild: Langfristige Erwerbsunfähigkeit entsteht deutlich häufiger aufgrund einer Krankheit als aufgrund eines Unfalls. Das macht einen grossen Unterschied, denn je nach Ursache greifen unterschiedliche Leistungen und Versicherungen.
Fällt ein Einkommen weg, geraten Familienbudgets schnell unter Druck. Die Hypothek des Eigenheims, Krankenkassenprämien, Kinderkosten, Steuern und alltägliche Ausgaben laufen weiter.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Leistungen ausbezahlt werden, sondern ob diese ausreichen, um den bisherigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten.
Das Schweizer Drei-Säulen-System
Viele Menschen verlassen sich dabei auf das bewährte Schweizer Drei-Säulen-System. Die staatliche Vorsorge bildet die erste Säule. Ergänzt wird sie durch die berufliche Vorsorge und Leistungen des Arbeitgebers. Die dritte Säule dient schliesslich dazu, individuelle Vorsorgelücken zu schliessen.
Gerade die dritte Säule gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Denn während Leistungen aus AHV und Pensionskasse durch gesetzliche Vorgaben geregelt sind, ermöglicht die private Vorsorge eine gezielte Absicherung von Menschen, die einem besonders wichtig sind. Gleichzeitig kann sie helfen, den Erhalt des Eigenheims sicherzustellen oder Kinder finanziell zu schützen.
Ehe oder Konkubinat: Wer ist abgesichert?
Besonders sichtbar wird dies beim Vergleich zwischen Ehe und Konkubinat.
Viele unverheiratete Paare leben seit Jahren zusammen, teilen sich eine Hypothek, ziehen Kinder gross und planen ihre Zukunft gemeinsam. Trotzdem sind verheiratete und unverheiratete Paare im Todesfall nicht gleichgestellt. Während für Ehepartner verschiedene gesetzliche Hinterlassenenleistungen vorgesehen sind, bestehen im Konkubinat teilweise gar keine automatischen Ansprüche.
Ob eine Partnerin oder ein Partner Leistungen erhält, hängt häufig von den Reglementen der Pensionskasse und den ausdrücklich festgelegten Begünstigungen ab. Wer sich nie damit beschäftigt hat, geht oft davon aus, dass alles automatisch geregelt ist.
Das ist ein gefährlicher Irrtum.
Was passiert mit dem Familieneinkommen?
Ein vereinfachtes Beispiel macht dies deutlich:
Marco verstirbt unerwartet im Alter von 42 Jahren. Sein Einkommen von 100'000 Franken pro Jahr fällt vollständig weg. Die Familie verfügt über eine Hypothek auf dem Eigenheim und ist auf beide Einkommen angewiesen.
Je nach Ausgangslage können aus AHV, Pensionskasse und privaten Vorsorgelösungen Hinterlassenenleistungen fliessen. Die Höhe der Leistungen unterscheidet sich jedoch erheblich. Fehlen Begünstigungen oder entsprechende Versicherungen, entsteht schnell eine Versorgungslücke von mehreren tausend Franken pro Monat.
Beispielhafte Situation nach einem Todesfall
Vor dem Ereignis
Nach dem Ereignis
Haushaltseinkommen: CHF 135’000
Verbleibendes Einkommen: CHF 35’000
Einkommen Marco: CHF 100’000
Renten und Leistungen je nach Situation
Einkommen Nina: CHF 35’000
Mögliche Vorsorgelücke
Das Eigenheim im Blick behalten
Die eigentliche Herausforderung entsteht dabei nicht selten beim Eigenheim. Banken prüfen die Tragbarkeit einer Hypothek auf Basis des verfügbaren Einkommens. Sinkt dieses dauerhaft, kann die Finanzierung plötzlich zur Belastung werden.
Genau hier kann die dritte Säule eine entscheidende Rolle spielen.
Wer über entsprechende Vorsorgelösungen verfügt, kann ein Todesfallkapital oder zusätzliche Rentenleistungen absichern. Diese Leistungen können dazu beitragen, die finanzielle Stabilität der Familie zu erhalten, laufende Verpflichtungen zu decken oder die Hypothek teilweise zurückzuführen.
Auch bei Erwerbsunfähigkeit können Lücken entstehen
Auch bei einer Erwerbsunfähigkeit zeigt sich der Nutzen der privaten Vorsorge. Zwar leisten Invalidenversicherung und Pensionskasse wichtige Beiträge. Dennoch reichen diese Leistungen nicht immer aus, um den bisherigen Lebensstandard zu finanzieren. Gerade Familien mit Kindern oder Wohneigentum sind deshalb gut beraten, ihre persönliche Situation regelmässig zu überprüfen.
Kinder und Familie finanziell schützen
Ein häufig unterschätztes Risiko betrifft zudem die Kinder.
Neben den emotionalen Folgen können Invalidität oder der Verlust eines Elternteils erhebliche finanzielle Auswirkungen auf Ausbildung, Betreuung und Zukunftspläne haben. Viele Familien stellen erst in einer Beratung fest, welche Leistungen tatsächlich vorhanden sind und wo Handlungsbedarf besteht.
Die persönliche Situation regelmässig prüfen
Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb: Nicht alle Familien benötigen dieselbe Lösung. Entscheidend ist, wie hoch der tatsächliche finanzielle Bedarf ist und welche Leistungen bereits aus AHV, Arbeitgeberlösungen, Pensionskasse und privater Vorsorge vorhanden sind.
Wer Verantwortung für seine Familie übernimmt, sollte sich deshalb regelmässig drei Fragen stellen:
Reicht das Einkommen auch bei Krankheit oder Erwerbsunfähigkeit?
Ist meine Partnerin oder mein Partner im Todesfall ausreichend abgesichert?
Könnte unsere Familie das Eigenheim trotz eines Schicksalsschlags behalten?
Denn das Leben lässt sich nicht vollständig planen. Die finanzielle Absicherung der Menschen, die einem am wichtigsten sind, hingegen schon.
Bündner Vorsorgetag 2026
Dieser Inhalt entstand in Zusammenarbeit mit der Mobiliar Chur im Rahmen des Bündner Vorsorgetags, der am 6. November 2026 im Medienhaus in Chur stattfindet.