Bleiben, verkaufen oder neu denken?
Das Älterwerden hat sich in den letzten Jahren stark verändert. «Ü60» ist längst nicht mehr alt, und auch mit über siebzig bleiben oft noch viele aktive Jahre. Trotzdem setzen sich immer mehr Menschen bereits ab fünfzig mit der Frage auseinander, wo und wie sie dereinst wohnen möchten. So unterschiedlich die Wünsche sind, in drei Punkten sind sich die meisten einig: Die Wohnkosten sollen tief, der Komfort hoch sein – und der Haushalt soll sich bis ins hohe Alter selbständig führen lassen.
Wohneigentum als Vorteil
Wer Wohneigentum besitzt, startet aus einer guten Ausgangslage. Ist die Hypothek zumindest teilweise zurückbezahlt, bleibt die finanzielle Belastung im Alter tief. Bei einem Verkauf wird Kapital frei, das sich für eine neue Wohnform, eine altersgerechte Wohnung, den Erhalt des Lebensstandards oder die Verwirklichung neuer Lebenspläne einsetzen lässt.
Den richtigen Zeitpunkt finden
Die grösste Herausforderung besteht darin, die eigenen Ideen anzupacken, solange es Freude macht. Statistisch gesehen nimmt die Bereitschaft für eine Veränderung mit zunehmendem Alter ab. Fast die Hälfte der Umzüge im Alter erfolgt nicht mehr ganz freiwillig – weil Haus oder Wohnung zu gross geworden sind oder es aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht mehr geht. «Der häufigste Grund für einen Umzug ist: Das Haus oder die Wohnung ist zu gross, zu teuer oder zu aufwendig im Unterhalt», sagt Sandra Zoppi, Leiterin Region Graubünden bei Walde Immobilien.
Der Wohncheck in vier Schritten
Walde empfiehlt, einen Wohncheck durchzuführen, sobald man sich erstmals mit dem Wohnen im Alter befasst. Am Anfang steht ein Finanzplan, erstellt mit einer Fachperson. Er zeigt verschiedene Szenarien für Rentenbezüge und Kapitalverzehr, mit und ohne Wohneigentum. Dabei wird auch geprüft, ob das Eigenheim nach der Pensionierung tragbar bleibt – mit einem Einkommen, das in der Regel 30 bis 40 Prozent tiefer liegt.
