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Sportradar

Silvan Widmer tritt aus der Schweizer Nati zurück – darum ist jetzt Schluss

Nach 65 Länderspielen beendet Silvan Widmer seine Nati-Karriere. Der 33-Jährige erklärt, warum der Zeitpunkt gekommen ist – und was er besonders vermissen wird.
Nikola Brankovic
heute um 11:00 Uhr

Nach zwölf Jahren ist Schluss: Silvan Widmer wird nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen. Der Verteidiger hat seinen sofortigen Rücktritt erklärt und will sich künftig vollständig auf seinen Verein Mainz 05 konzentrieren. Der Entscheid sei ihm nicht leichtgefallen.

Der Körper gibt bei Widmers Entscheid den Ausschlag

Widmer möchte seinem Körper künftig mehr Erholung ermöglichen. Mit dem Start der neuen Bundesliga-Saison sei für ihn deshalb der richtige Zeitpunkt gekommen, seine Nati-Karriere zu beenden.

Die Emotionen und das Umfeld der Nationalmannschaft werde er vermissen, erklärt der 33-Jährige. Gleichzeitig wolle er seine Kräfte bündeln und sich ganz auf seine Aufgaben bei Mainz 05 konzentrieren. Beim Bundesligisten trägt Widmer als Captain weiterhin grosse Verantwortung.

In seiner Abschiedsbotschaft bedankt er sich bei seinen Mitspielern, den Trainern, dem Staff und den Schweizer Fans. Einen besonderen Dank richtet er an seine Frau Céline, die ihn während seiner Nati-Karriere begleitet und unterstützt habe.

Vom Debüt vor 2300 Fans zum WM-Viertelfinal

Widmers Nati-Karriere begann am 14. Oktober 2014. Beim 4:0 in der EM-Qualifikation gegen San Marino wurde der damalige Verteidiger des italienischen Klubs Udinese für Stephan Lichtsteiner eingewechselt. Rund 2300 Zuschauer waren damals im Stadion.

Fast zwölf Jahre später endete seine internationale Laufbahn vor mehr als 69'000 Menschen. Beim WM-Viertelfinal 2026 gegen Argentinien wurde Widmer kurz vor Ende der regulären Spielzeit eingewechselt. Die Schweiz verlor die Partie nach Verlängerung mit 1:3.

Insgesamt nahm der Aargauer an zwei Europa- und zwei Weltmeisterschaften teil. Bei den vier Endrunden kam er in 16 Partien zum Einsatz. Damit gehört Widmer zu einem kleinen Kreis von Schweizer Spielern, die mindestens vier grosse Turniere bestritten haben.

Dieses Tor von Widmer bleibt besonders in Erinnerung

Einer der wichtigsten Momente seiner Nati-Karriere gelang Widmer im November 2021. In der WM-Qualifikation traf er auswärts gegen Europameister Italien zur frühen Schweizer Führung. Die Partie endete 1:1 und war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur direkten Qualifikation für die WM in Katar.

Unvergessen bleiben für Widmer auch die beiden gewonnenen Penaltyschiessen gegen Frankreich bei der EM 2021 und gegen Kolumbien bei der WM 2026. Sein fünftes und letztes Länderspieltor erzielte er im September 2025 beim 4:0 gegen den Kosovo.

Nationaltrainer Murat Yakin würdigt Widmer als konstanten, hochprofessionellen Spieler, der mit seiner positiven Art eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft gespielt habe.

Wer übernimmt jetzt Widmers Platz?

Widmers Rücktritt hinterlässt auf der rechten Abwehrseite eine Lücke. In den vergangenen Jahren testete Yakin dort unter anderem Isaac Schmidt, Lucas Blondel und Edimilson Fernandes. Ein fester Nachfolger hat sich bislang nicht dauerhaft durchgesetzt.

Die erste Lösung ohne Widmer muss der Nationaltrainer schon bald präsentieren. Am 26. September startet die Schweiz gegen Nordmazedonien in die Nations League. Drei Tage später folgt das Auswärtsspiel gegen Schottland.

Widmer wird dann erstmals seit Jahren nur Zuschauer sein. Ganz verabschieden will er sich von der Nati jedoch nicht: Wenn es möglich sei, werde er seine früheren Teamkollegen künftig im Stadion unterstützen.