Nach US-Open Entscheid: Wawrinka verabschiedet sich mit emotionalen Worten
Für Stan Wawrinka endet ein ganz besonderes Kapitel seiner Karriere anders als erhofft. Der 41-jährige Schweizer erhält für die US Open 2026 keine Wildcard und wird damit in seiner letzten Saison auf der ATP-Tour nicht noch einmal in New York antreten. Statt seinem Ärger über die Entscheidung öffentlich Luft zu machen, reagiert Wawrinka bemerkenswert versöhnlich. So kennt man eben den Schweizer.
Wawrinka erinnert sich an seine ersten Jahre in New York
Als Wawrinka zum ersten Mal aus der Schweiz nach New York kam, sei ihm zunächst alles riesig erschienen: die Stadt, der Lärm, die Energie und die Menschenmassen.
Mit den Jahren änderte sich sein Verhältnis zur Metropole. New York entwickelte sich zu einem seiner Lieblingsorte. Die Stadt habe ihn gefordert und etwas in ihm hervorgebracht, was nur wenige andere Orte geschafft hätten, schreibt der Schweizer.
Vor allem die Atmosphäre bei den US Open ist Wawrinka in Erinnerung geblieben. Die langen Matches, die Nächte in Flushing Meadows und die Unterstützung der Zuschauer hätten ihm einige der stärksten Emotionen seiner gesamten Karriere beschert.
US-Open-Triumph 2016 bleibt für Wawrinka unvergessen
Untrennbar mit Wawrinkas Beziehung zu New York verbunden ist der 11. September 2016.
Damals traf der Schweizer im Final der US Open auf Novak Djokovic. Nach verlorenem ersten Satz drehte Wawrinka die Partie und besiegte die damalige Nummer 1 der Welt in vier Sätzen.
Es war Wawrinkas dritter Grand-Slam-Titel nach den Australian Open 2014 und den French Open 2015 – und gleichzeitig sein letzter.
Der Triumph in der «Stadt, die niemals schläft», werde für ihn immer zu den grössten Momenten seines Lebens gehören, schreibt Wawrinka in seinem Abschied. Seine Botschaft beendet er sinngemäss mit zwei Worten, die zeigen, welchen Stellenwert New York für ihn besitzt: für immer dankbar, für immer New York.
Ausgerechnet Wawrinka bekommt keine Wildcard
Dass Wawrinka diesen Abschied nicht noch einmal auf dem Tennisplatz erleben darf, sorgt für Diskussionen und Unverständnis.
Der Schweizer hatte für das Turnier eine Wildcard benötigt. Bei den Australian Open, French Open und in Wimbledon hatten ihm die Veranstalter in seiner Abschiedssaison jeweils eine solche Einladung ermöglicht. Bei den US Open blieb sie dagegen aus. Auch an der Qualifikation nimmt Wawrinka nicht teil.
Besonders auffällig: Der Franzose Gaël Monfils erhielt eine Wildcard, obwohl der ebenfalls zurücktretende Franzose in der Weltrangliste hinter Wawrinka liegt. Die Wildcard für Monfils erfolgte allerdings im Rahmen einer gegenseitigen Vereinbarung zwischen den amerikanischen und französischen Tennisverbänden. Auch die zweimalige US-Open-Siegerin Venus Williams erhielt bei den Frauen eine Einladung.
Damit bleibt Wawrinka ein letzter Auftritt an jenem Grand-Slam-Turnier verwehrt, an dem er vor genau zehn Jahren einen der grössten Erfolge seiner Karriere feierte. Dennoch bleibt Stanislas Wawrinka im Tennissport unvergessen und verlässt die Bühne als ein ganz Grosser.
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