Formel 1 Monza: Seit 60 Jahren wartet Italien darauf – Antonelli kann Geschichte schreiben
Italien wartet seit 60 Jahren auf einen einheimischen Sieger beim Formel-1-Rennen in Monza. Nun könnte ausgerechnet Kimi Antonelli diese Serie beenden. Der Mercedes-Fahrer kommt als Führender der Weltmeisterschaft zum «Temple of Speed» und ist der erste Italiener seit 73 Jahren, der beim Heimrennen an der Spitze der Fahrerwertung steht.
Die Voraussetzungen für einen Sieg sind allerdings alles andere als günstig. Mercedes stattet Antonellis Auto mit einer komplett neuen Antriebseinheit aus. Die damit verbundenen Strafen werfen ihn ans Ende der Startaufstellung zurück. Der Italiener muss sich am Sonntag also durch das Feld arbeiten, wenn er vor heimischem Publikum um ein Spitzenergebnis kämpfen will.
Formel 1: Antonelli hat sich ein komfortables Polster erarbeitet
Nach zwölf Saisonrennen liegt Antonelli 59 Punkte vor seinem Mercedes-Teamkollegen George Russell und Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton. Lando Norris liegt als Vierter bereits 83 Punkte hinter dem WM-Leader. Der Italiener hat sechs Grands Prix gewonnen, darunter fünf hintereinander.
Mit einem WM-Titel könnte Antonelli eine noch längere italienische Durststrecke beenden. Zuletzt wurde Alberto Ascari 1953 Formel-1-Weltmeister. Antonelli, der vergangene Woche 20 Jahre alt wurde, befindet sich damit in einer Position, die seit Generationen kein italienischer Fahrer mehr erreicht hat.
Die Strafe in Monza gibt seinen Verfolgern nun eine Gelegenheit. Besonders Norris reist in guter Form nach Italien: Der McLaren-Fahrer gewann zuletzt in Ungarn und den Niederlanden. Ein Erfolg in Monza wäre sein dritter Sieg nacheinander.
Monza: Die Strecke bietet Chancen für eine Aufholjagd
Dass Antonelli weit hinten startet, muss seine Hoffnungen nicht vollständig begraben. Monza gehört zu den Strecken, auf denen Überholmanöver vergleichsweise gut möglich sind. Die langen Geraden führen zu Geschwindigkeiten von mehr als 350 km/h, bevor die Fahrer für die langsamen Schikanen stark abbremsen müssen.
Besonders die Variante del Rettifilo am Ende der Start-Ziel-Geraden bietet Möglichkeiten. Dort verzögern die Autos von rund 350 auf etwa 70 km/h. Windschatten könnte ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.
Eine zusätzliche Herausforderung stellen die neuen Antriebseinheiten dar. Weil es in Monza nur wenige Bremszonen gibt, sind auch die Möglichkeiten zur Energierückgewinnung begrenzt. Der richtige Einsatz der verfügbaren Energie auf den langen Geraden wird entsprechend wichtig.
Italien: Ferrari hofft beim Heimrennen auf den nächsten Monza-Erfolg
Antonellis Strafe erhöht gleichzeitig die Chancen von Ferrari. Die Scuderia bringt einen überarbeiteten Antrieb mit und erinnert mit einer Sonderlackierung an Michael Schumachers ersten Italien-GP-Sieg für Ferrari vor 30 Jahren.
Kein Team war in Monza erfolgreicher: Ferrari gewann dort bislang 20-mal. Charles Leclerc siegte 2019 und 2024, während sein Teamkollege Lewis Hamilton gemeinsam mit Schumacher den Fahrerrekord hält. Beide gewannen das Rennen je fünfmal.
Auch Vorjahressieger Max Verstappen gehört zu den Fahrern, die in Monza bereits mehrfach erfolgreich waren. Der Red-Bull-Pilot gewann 2022, 2023 und 2025. Im Qualifying des vergangenen Jahres fuhr er mit durchschnittlich 264,681 km/h zudem die schnellste Qualifying-Runde der Formel-1-Geschichte.
Für Antonelli zählt in Monza jeder Platz
Für den WM-Leader geht es deshalb nicht nur um die Aussicht auf einen historischen Heimsieg. Mit 59 Punkten Vorsprung kann Antonelli auch dann ein erfolgreiches Wochenende erleben, wenn er sich vom Ende der Startaufstellung weit in die Punkteränge vorarbeitet.
Monza bietet dafür zumindest die passende Bühne. 53 Runden und 306,72 Kilometer bleiben Antonelli, um den Schaden der Motorenstrafe zu begrenzen oder aus einem schwierigen Wochenende doch noch ein historisches zu machen.
Der Grand Prix von Italien startet am Sonntag, 6. September, um 15.00 Uhr. Das Qualifying findet am Samstag um 16.00 Uhr statt.