Ärger für Schweizer Fifa-Boss: Uefa bereitet Strafanzeige gegen Infantino vor
Für Fifa-Präsident Gianni Infantino wird der Streit um einen gescheiterten Milliarden-Deal zunehmend zum juristischen Problem. Die Uefa bereitet nach übereinstimmenden Medienberichten eine mögliche Strafanzeige gegen den Schweizer und weitere Fifa-Verantwortliche vor.
Uefa erwägt Strafverfahren gegen Infantino in der Schweiz
Die Uefa hat bei einem US-Gericht Anträge gestellt, um Dokumente und Zeugenaussagen zu erhalten, die in einem möglichen Schweizer Strafverfahren verwendet werden könnten.
Aus den Gerichtsunterlagen geht laut Reuters hervor, dass die Uefa ein Strafverfahren gegen Infantino und möglicherweise weitere Fifa-Verantwortliche wegen des Verdachts der strafrechtlichen Misswirtschaft erwägt. Dabei geht es um Artikel 158 des Schweizerischen Strafgesetzbuches.
Auch die Nachrichtenagentur AP berichtet über ein 56-seitiges Dokument der Uefa-Anwälte, in dem ein mögliches Verfahren in der Schweiz ausdrücklich genannt wird.
Eine Strafanzeige beziehungsweise ein Verfahren bedeutet jedoch nicht, dass sich die Vorwürfe bestätigt haben. Infantino ist in dieser Angelegenheit nicht verurteilt.
Darum geht es beim Milliarden-Deal
Im Zentrum des Streits steht die geplante Gesellschaft Fifa Forward Enterprise (FFE).
Über diese neue Tochtergesellschaft sollten kommerzielle Aktivitäten rund um wichtige Fifa-Wettbewerbe gebündelt werden. Dazu gehörten unter anderem die Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften sowie die Klub-WM. Private Investoren sollten sich anschliessend an der Gesellschaft beteiligen.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die Investmentgesellschaft Thrive Capital Management, die von Joshua Kushner gegründet wurde. Kushner ist der Bruder von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.