Streit um TV-Rechte: Der Sportfan schaut in die Röhre
Ab der Saison 2017/18 überträgt die Kabelnetzanbieterin UPC bis zu den Playoffs die Spiele der Schweizer Eishockeyligen. Die Firma von CEO Eric Tveter hatte die Rechte vergangenen Sommer von der Liga für fünf Jahre bis 2022 erworben. Die Bilder werden von der UPC ab diesem Herbst auf ihrem neuen Sportsender «MySports» ausgestrahlt. 14 weiteren Kabelanbietern hat UPC die Eishockey-Rechte weiterverkauft.
Verlierer sind die Sportfans …
Kein Kaufangebot der UPC hat Konkurrent Swisscom erhalten. Swisscom-Kunden, die in den vergangenen Jahren via «Teleclub» in den Genuss eines attraktiven Sportpakets kamen, schauen ab sofort in die Röhre. Zwar ist über Swisscom TV die nordamerikanische NHL, die Champions Hockey League, der Schweizer Cup und sogar die WM empfangbar, nicht aber die Liga. Die Fussball- UND Eishockeyfan unter den knapp 1,5 Millionen Swisscom-TV-Kunden müssen entweder auf etwas verzichten oder sich zusätzlich ein Kabelabo zulegen.
… aber auch die Swisscom
Dass die Swisscom durch den Verlust ihres Flaggschiffs «Eishockey» Kunden verlieren wird, ist absehbar. Letzter Rettungsversuch ist ein kürzlich eingereichtes Rechtsbegehren an die Wettbewerbskommission (Weko). Die UPC soll dazu verpflichtet werden, «allen TV-Plattformen in der Schweiz (einschliesslich Swisscom TV-Plattformen) auf Anfrage zu nicht-diskriminierenden Bedingungen eine Offerte für den gleichwertigen Zugang zum ‚MySports‘-Angebot […] zu unterbreiten.»
Pikant: Die Swisscom ihrerseits wehrt sich derzeit gegen eine Busse, welche ihr die Weko wegen der marktbeherrschenden Stellung bei T V-Rechten aufbrummte. Die Klage der Swisscom gegen UPC beinhaltet denselben Tatbestand.
Wie löst Ihr das TV-Dilemma?