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Bündner Duo für Fussball-EM selektioniert

Seraina Friedli und Livia Peng dürfen sich auf höhere Prämien an der Fussball Europameisterschaft in England Freuen – Doch gleich viel wie die Männer erhalten sie trotzdem immer noch nicht.

Claudio
Sidler
21.06.22 - 12:12 Uhr
Fussball
Fahren an die Europameisterschaft: Seraina Friedli (links) und Livia Peng beim Training mit dem Schweizer Nationalteam.
Fahren an die Europameisterschaft: Seraina Friedli (links) und Livia Peng beim Training mit dem Schweizer Nationalteam.
Keystone

Seraina Friedli aus La Punt Chamues-ch und Livia Peng aus Domat/Ems fahren an die Frauenfussball-Europameisterschaft in England. Die beiden Bündner Torhüterinnen schaffen wie erwartet den Sprung ins Aufgebot von Nationaltrainer Nils Nielsen. «Es ist super, gegen die grossen Mannschaften spielen zu dürfen», sagt Seraina Friedli über das kommende Turnier. «Schaffen wir gegen Portugal gleich zu Beginn ein gutes Resultat ist alles möglich.» Friedli, fünffache Schweizer Meisterin und vierfache Schweizer Cupsiegerin, kehrte nach einem Jahr in der italienischen Serie A im letzten Sommer in die Schweiz zurück und spielt heute für den FC Aarau. Für das  Schweizer Nationalteam bestritt sie in ihrer Karriere neun Spiele und stand bereits an der EM 2017 im Kader. 

Livia Peng, die nach dem Meistertitel und Cupsieg mit dem FC Zürich zum schwedischen Topklub BK Häcken FF wechselt, ist ebenfalls Feuer und Flamme für das Turnier: "Man kann sich nichts besseres erträumen.» Für Peng ist es das erste grosse Turnier und beim einem Einsatz auch das erste Spiel im A-Nationalteam.

Livia Peng gegenüber TV-Südostschweiz:

Equal Prime statt Equal Pay

Während es beim Aufgebot der Schweizerinnen zu keinen grossen Überraschungen kam, war dafür die für das Turnier neu eingeführte Prämienstruktur «Equal Prime» ein grosses Thema. So wird ab sofort die Frauen-Nati dieselben Prämien wie für die Männer erhalten, konkret betrifft es die Bonuszahlungen wie etwa für die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft. Das ist eine 4,5-fache Erhöhung der Zahlungen im Vergleich zum bisherigen Bonussystems. 

Ab nach England: Das Aufgebot des Schweizer Nationalteams.
Ab nach England: Das Aufgebot des Schweizer Nationalteams.

Trotzdem bedeutet  «Equal Prime» nicht «Equal Pay», also die Männer- und Frauennationalteams werden weiterhin nicht gleich bezahlt. Doch die Schweizer Frauenfussball-Chefin Haenni sagt: «Es ist eine starke Botschaft, die wir heute verkünden. Ja, es ist nicht Equal Pay auf allen Ebenen. Aber es ist ein erster Schritt. Ein toller erster Schritt, über den wir uns sehr freuen dürfen.» Die Männer etwa bekommen für einen Zusammenzug eine Pauschale. Die Frauen hingegen kriegen eine Tagesentschädigung zwischen 100 bis 450 Franken, je nach Länderspielanzahl.

Seraina Friedli gegenüber TV-Südostschweiz:

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