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«Das war eine gute Lektion für uns»

Die Schweizer kassieren an der WM in Tschechien beim 6:5-Sieg gegen Nachbar Österreich einen Denkzettel, der wertvoll sein kann. Die Stimmen zum Spiel.

Agentur
sda
13.05.24 - 02:07 Uhr
Eishockey
Roman Josi (links) jubelt mit Romain Loeffel nach seinem zweiten Tor gegen Österreich
Roman Josi (links) jubelt mit Romain Loeffel nach seinem zweiten Tor gegen Österreich
KEYSTONE/AP/Petr David Josek

Auf dem Papier war das Spiel eine klare Sache, aber eben nur auf dem Papier. Der erste Abschnitt der Schweizer - zu ersten Pause stand es 1:2, nach 22 Minuten gar 1:3 - stimmte nachdenklich. «Es ist eine WM, an einer solchen ist nichts selbstverständlich», betont Captain Roman Josi, der viel Verantwortung übernahm und mit je zwei Toren und Assists eine herausragende Leistung zeigte.

«Wir werden nicht in jeder Partie perfekt auftreten», fährt Josi fort. «Im ersten Drittel spielten wir nicht gradlinig genug, brachten wir die Scheibe zu wenig gut hinten raus. Das sind Sachen, die wir lernen müssen, es gilt, als Team zusammenzuwachsen. Details sind an einer WM mega entscheidend. Uns unterliefen sicher ein paar Fehler zu viel, aber die Reaktion des Teams war super.»

Für Hischier zählen nur die Siege

Wie Josi gelangen auch Nico Hischier vier Skorerpunkte. Der Center der New Jersey Devils erzielte 50,5 Sekunden vor dem Ende mit seinem dritten Treffer in dieser Partie das entscheidende 6:5. Für ihn zählt einzig, dass die Schweizer nach zwei Begegnungen das Maximum von sechs Punkten auf dem Konto haben.

Der Rest sei egal, auch dass es heute wieder ein Geknorze gewesen sei. Zum ersten Abschnitt sagt Hischier: «Wir haben besprochen, dass man nie einen Gegner auf die leichte Schulter nehmen darf, dennoch konnten wir aus irgendeinem Grund unsere Leistung im ersten Drittel nicht bringen. Nachher zeigten wir Charakter.»

Duell zweier Schweizer Trainer

Das Spiel zwischen den Nachbarn Schweiz und Österreich war auch ein Duell zweier Schweizer Trainer. Die Österreicher werden nämlich vom Zürcher Roger Bader gecoacht. Einer der Assistenten ist Kulttrainer Arno Del Curto, der den HC Davos zu sechs Meistertiteln geführt hat. Letzterer gibt an der WM allerdings keine Interviews.

Bader antwortete auf die Frage, ob eine solche Niederlage gegen die Schweiz umso ärgerlicher sei: «Wenn man so verliert, spielt es wirklich keine Rolle, ob die Schweiz oder ein anderes Team der Gegner war. Es ist so oder so bitter. Ich denke, wir hätten es mit unserem aufopferungsvollen Auftritt verdient, mindestens in die Verlängerung zu kommen, obwohl die Schweiz mehr Torchancen hatte, wofür wir uns nicht schämen müssen.» Sein Team verfüge über einen erstklassigen Teamspirit.

«Unglaubliches Commitment»

Roger Bader ist der Vater des Berner Stürmers Thierry Bader, der es zwar ins Schweizer WM-Team geschafft hat, jedoch nun definitiv nicht gemeldet wird, da mit Kevin Fiala ein weiterer NHL-Star dazustösst. Der 27-jährige Ostschweizer wurde früher als geplant Vater einer Tochter. Nationaltrainer Patrick Fischer spricht von einem «unglaublichen Commitment».

Ob Fiala bereits am Montagabend gegen Tschechien spielt, liess Fischer offen. Es ist jedoch damit zu rechnen, umso mehr, als Fialas Vater Jan tschechische Wurzeln hat. Wie auch immer ist gegen den WM-Gastgeber eine enorme Steigerung in der Defensive vonnöten, um eine Chance zu haben. «Wir müssen viel entschlossener in die Zweikämpfe gehen», sagt Fischer. «Das heute war sicher eine gute Lektion für uns.»

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