Der Whistler Cup als Belohnung
Am Montag sind Selina Egloff und Jan Wolf nach Kanada gereist – an den Whistler Cup, der 1993 ins Leben gerufen wurde und mit dem Trofeo Topolino in Italien zum international bedeutendsten Vergleichsrennen für den Ski-Nachwuchs zählt. Viele Teilnehmer, die später den Sprung an die Weltspitze schafften, gewannen am Whistler Cup. Bei den Frauen trugen sich Elisabeth Görgl, Tina Maze, Anja Pärson, Veronika Velez-Zuzolova, Elena Fanchini, Michaela Kirchgasser, Anna Fenninger oder Mikaela Shiffrin in die Siegerliste ein, bei den Männern der St. Moritzer Marc Berthod, Andrew Weibrecht und Marcel Hirscher. Die Aufzählung ist nicht abschliessend.
Ob Selina Egloff vom Skiclub Lischana Scuol und Jan Wolf (Buchen) ebenfalls einmal auf höchster Stufe grosse Erfolge feiern werden, lässt sich (noch) nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Egloff wird am 13. September erst 16 Jahre alt, Wolf hat ebenfalls Jahrgang 2001. Da gilt es mit Prognosen vorsichtig zu sein. Und trotzdem: Egloff und Wolf, die das Sportgymnasium Davos besuchen, überzeugen im Nachwuchs derart, dass nichts unmöglich scheint – auch nicht der Sprung in den Weltcup, das Ziel der beiden. Doch der Weg dorthin ist noch lang. Die JO-Zeit endet nun. Ab nächster Saison warten erst einmal FIS-Rennen auf das Duo, das in diesem Winter sowohl national als auch international viele Topleistungen erbrachte.
Wie gut vermögen Egloff und Wolf nun in Whistler mit den Athletinnen und Athleten anderer Nationen mitzuhalten? Die Frage ist andersrum vielleicht besser formuliert: Wie kann die Konkurrenz mit dem Bündner Duo mithalten? Egloff, die im Alter von zwei Jahren erstmals auf den Ski stand, erwartet «einen tollen Wettkampf». Sie freut sich darauf, weitere Erfahrungen sammeln zu können. Über mögliche Rangierungen spricht sie nicht. Sie wird aber mit grossem Selbstvertrauen an den Start gehen, ebenso wie Wolf. Dieser weist darauf hin, dass die anderen Nationen auch starke Fahrer haben, «doch die positiven Erlebnisse beim Trofeo Topolino lassen in Whistler ein gutes Ergebnis erhoffen. Ich werde sicher alles geben und Spass haben.»
Und vielleicht siegen Egloff und Wolf in Whistler ja tatsächlich, wie es 1996 mit Marc Berthod schon einmal ein Bündner getan hat.