So schlimm hätte es Orlik treffen können
Schlimme Unfälle im Schwingsport sind eine Seltenheit. Die Suva-Unfallstatistik aus dem Jahr 2016 offenbart, dass in der Schweiz weniger als vier Prozent der Sportunfälle von Kampfsportarten herrühren. Das Schwingen dürfte innerhalb dieser Gruppe ebenfalls nur ein kleiner Prozentsatz ausmachen.
Trotzdem: Wo gekämpft wird, kommt es zu Verletzungen. Deshalb ist im Schwingsport, wo der Kopfbereich besonders exponiert ist, eine stark ausgeprägte Nackenmuskulatur Voraussetzung. Was den Athleten selbst mit dem Rücken Richtung Boden noch eine Chance auf die Wende gibt, ist auch in Sachen Verletzungsprophylaxe von entscheidendem Nutzen.
Einer der komplettesten Schwinger der Gegenwart – Armon Orlik – bewahrte vergangenen Sonntag wohl genau diese bärenstarke Nackenmuskulatur vor einer Verletzung mit fatalen Folgen.
Im fünften Gang des Aargauer Kantonalschwingfests in Brugg war der 21-jährige Maienfelder auf den Hinterkopf und Nacken geknallt. Im Anschluss blieb er minutenlang regungslos liegen und hatte bei vollem Bewusstsein, aber mit motorischen und sensorischen Dysfunktionen, bange Momente zu überstehen.
Armon Orlik: «Es war der Horror»
Dass Orlik letztlich ungeschoren davonkam, darf als grosses Glück bezeichnet werden, hatten doch andere Schwinger vor ihm in vergleichbaren Situationen weniger Fortune. Denn die Gefahr ist ein ständiger Begleiter – auch, oder vielleicht gerade im Schwingen:
- Baar, 2004
- Brünig, 1960
- Brünig, 2006