Zwei Glarner Orte gehören zu den Ersten
Die neue Mobilfunk-Frequenz 5G gibt zu reden: Im Sommer wird ein Bericht des Bundesrates erwartet, der eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die Strahlen der Antennen untersucht. Die Westschweizer Kantone Jura, Genf und Waadt haben sich entschieden, diesen Bericht abzuwarten, bevor sie den Bau von entsprechenden Antennen ermöglichen.
Im Kanton Glarus sieht das etwas anders aus: Gestern hat die Swisscom an den ersten 54 Standorten den neuen Standard aufgeschaltet, dazu gehören auch Glarus und Braunwald. Das habe einen pragmatischen Grund, sagt Esther Hüsler, Swisscom-Mediensprecherin. «Die Antennen an diesen Standorten wurden kürzlich mit 4G und 4G+ ausgebaut und dabei gleichzeitig für 5G vorbereitet», sagt sie. Um 5G in Betrieb zu nehmen, waren deshalb keine zusätzlichen Massnahmen nötig.
So oder so soll den ersten 54 Standorten sehr rasch die ganze Schweiz folgen. Die Swisscom plant, dass bis Ende Jahr die ganze Schweiz mit 5G-Frequenzen bedient werden kann, wie Hüsler weiter ausführt.
Für die neue Art Internet steht anderes im Fokus
Nico Schottelius ist Geschäftsführer der Ungleich Glarus AG und betreibt das Data Center Light in Linthal. Schottelius ist aber auch ein Tüftler, der sich mit dem «Internet of Things» beschäftigt und dazu mehrere Standorte im Kanton betreibt. «Internet of Things», das ist die Verbindung von Dingen des täglichen Lebens mit dem Internet, zum Beispiel dem Auto oder dem Kühlschrank.
5G wird zuweilen als nötige Technologie für diese neue Verwendung des Internets bezeichnet. Ganz genau ist das aber nicht, wie Schottelius erklärt. «Für das ‹Internet of Things› stehen andere Technologien im Vordergrund. Zum Beispiel Lorawan, das eine breitere Unterstützung hat und weniger Energie verbraucht», so Schottelius.