Zwei Bündner Lichtblicke
Die Bündner Skigebiete bleiben vorerst offen, und die Impfungen beginnen früher als bisher kommuniziert. Das sind die beiden wichtigsten Aussagen an der gestrigen Medienkonferenz der Bündner Regierung. Für Überraschung sorgen beide nicht. Graubünden ist wesentlich stärker auf den Wintertourismus angewiesen als andere Kantone, welche in den letzten Tagen die Schliessung sämtlicher Anlagen auf ihren Gebieten kommuniziert und dabei mit dem Zeigefinger moralisiert haben.
Ob es allerdings reicht, die Zahl der verkauften Tageskarten einzuschränken und gefährliche Pisten zu schliessen, um keine Unfälle zu riskieren, wird sich zeigen. Und wie die Behörden sicherstellen wollen, dass in den Skigebieten kein Alkohol konsumiert wird, ebenfalls. Dennoch ist der Bündner Entscheid, kurz vor Beginn der existenziellen Wintersaison, der richtige Entscheid: Es ist den Versuch wert, am Wintertourismus hängt im Kanton die Wirtschaft und damit letztlich auch alle, die hier leben. Abhängig ist der Versuch davon, dass die Covid-19-Fallzahlen im Kanton stabil bleiben und die Betreuung der Intensivbetten sichergestellt werden kann.
Keine Überraschung ist auch die Ankündigung von Gesundheitsminister Peter Peyer, dass ab 4. Januar geimpft wird im Kanton. Den Ton angegeben haben die Nachbarländer einerseits, welche den Nutzen der Impfung höher gewichten als deren mögliche Risiken, und teils bereits mit Impfen begonnen haben. Und anderseits hat der Druck andere Kantone gewirkt, die glücklicherweise ebenfalls ein deutlich forscheres Tempo an den Tag legen als Graubünden.
Daran, dass uns schwierige Monate bevorstehen, die für sehr viel persönliches Leid sorgen werden, ändern die angekündigten Impfungen leider noch nichts. Aber sie sind das langersehnte Zeichen, worauf viele warten. Es scheint, als erhalte Weihnachten derzeit grad eine neue Bedeutung.
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