Disentis: Gründe für Gesamtdemission werden untersucht
Eigentlich hätte der Disentiser Gemeinderat, das kommunale Parlament, an seiner Sitzung vom Donnerstagabend eine parlamentarische Kommission zur Sache einsetzen wollen. Letztlich verzichtete das Gremium aber doch darauf, wie aus einer Mitteilung der Gemeinde hervorgeht: Stattdessen wird die Geschäftsprüfungskommission (GPK) abklären, weshalb alle vier Mitglieder der Disentiser Baukommission diese Woche überraschend den Rücktritt per Ende Jahr eingereicht haben. Der Gemeindevorstand habe an der Parlamentssitzung zudem ausführlich die zuvor schriftlich eingereichten Fragen zur Komplettdemission beantwortet. Auch diese Antworten haben laut Mitteilung dazu geführt, dass auf eine parlamentarische Kommission verzichtet wurde. Die GPK werde den Vorstand über ihre gewonnenen Erkenntnisse informieren und dieser danach das Parlament, immer unter Wahrung des Amtsgeheimnisses und der Diskretion, wie es in der Mitteilung heisst.
Pionier-Solaranlage Desertasol liefert bis heute Strom
Vom Gemeinderat genehmigt wurde ein Baurechts- und Dienstbarkeitsvertrag der Gemeinde mit den Bergbahnen Disentis zur Realisierung eines Solarkraftwerks auf 6900 Quadratmetern Fläche in Caischavedra. Dort, im Skigebiet, befindet sich seit 1992 die damals pionierhafte Fotovoltaikanlage Desertasol, zu jener Zeit ein Projekt der Axpo-Vorgängerin NOK (Nordostschweizerische Kraftwerke), des Elektrizitätswerks Bündner Oberland (heute Repower), der Bergbahnen und der Gemeinde. Das laut Axpo bis heute Strom liefernde, aber veraltete Desertasol soll nun renoviert und in Richtung der Zone für Solarbauten erweitert werden – das geplante alpine Sonnenkraftwerk Ovra Solara Magriel soll nur wenige Meter Luftlinie vom Desertasol-Standort entfernt entstehen. Der am Donnerstag bejahte Vertrag ist auf eine Dauer von 30 Jahren angelegt.
Gewählt wurde schliesslich das Ratspräsidium für 2024: Als Gemeinderatspräsident folgt Ignaz Venzin auf Helga Probst-Linder; neuer Vizepräsident wird Adrian Flepp.