Zürich warnt vor ökologischem Holzweg beim Heizen
Der Boom beim Heizen mit Holz stösst in Zürich an seine natürlichen Grenzen. Da die einheimischen Wälder das enorme Wachstum kaum noch decken können, drohen hohe Preise und ökologisch fragwürdige Importe.
Seit der Iran im Nahostkonflikt die Strasse von Hormus blockiert, sind die Ölpreise durch die Decke gegangen. Damit steigt auch in der Schweiz das Interesse an alternativen Heizmöglichkeiten. Als einheimische Alternative bietet sich Holz an, wie Verbände und Anbieter aus der Branche derzeit gerne betonen. «Heizen mit Holz» ist wieder einmal stark gefragt.
Wer jedoch den Preisschüben der blockierten Strasse von Hormus auf diesem Weg entkommen will, landet längerfristig möglicherweise auf einem teuren und ökologisch fragwürdigen Holzweg. Das Heizen mit Hackschnitzel oder Holzpellets droht nämlich Opfer seines eigenen Erfolges zu werden. Der Verbrauch von Energieholz in der Schweiz ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen – ebenso sein Preis.
Kanton Zürich sieht weiteren Ausbau kritisch
In den Kantonen und beim Bund hat bereits seit einiger Zeit ein Umdenken eingesetzt, was die Nutzung von Holzenergie betrifft. So ist der Kanton Zürich bereits 2023 in einer Studie zum Schluss gekommen, dass ein weiterer Ausbau der Energieerzeugung mit Holz «zurückhaltend zu beurteilen ist», wie die Zürcher Baudirektion der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mitteilte.
Man empfehle bestehenden Wärmeverbunden zudem, den Holzeinsatz zu reduzieren, etwa durch den Einsatz von Wärmepumpen. Abgesehen von einem betragsmässig überschaubaren Förderbeitrag für den Anschluss an einen Wärmeverbund gibt es in Zürich aktuell auch keine Subventionen mehr für die Nutzung von Holzenergie.
Die Förderung von Einzelanlagen mit Holzheizung, also etwa Pelletsheizungen in Einfamilienhäusern, wurde bereits 2022 eingestellt. Alternativen wie Wärmepumpen sind laut Baudirektion in der Regel sinnvoller als Holz.