Zürcher Unispital hält an KI-Beaufsichtigung von Patienten fest
Das Zürcher Universitätsspital USZ will definitiv ein KI-System zur Beaufsichtigung von verwirrten oder sturzgefährdeten Patientinnen und Patienten einführen. Im Frühling soll die Beschaffung des Systems starten.
Bisher konnten Spitäler sturzgefährdete und verwirrte Patientinnen und Patienten nur mit Sitzwachen und Alarmierungsfussmatten beaufsichtigen. Beide Methoden haben aber gewisse Schwächen.
So wurden die Fussmatten selber schon zur Stolperfalle und sie sind fehleranfällig. Der Einsatz von Sitzwachen wiederum braucht Personal. Ausserdem bedeutet eine Sitzwache, dass ein fremder Mensch ständig in einem Krankenzimmer sitzt, was für Patienten und Angehörige unangenehm sein kann.
System schlägt Alarm
Im vergangenen Sommer startete das USZ deshalb einen Pilotversuch mit einem KI-basierten Mobilitäts-Überwachungssystem, hergestellt vom dänischen Unternehmen Teton. Dafür hängt an der Zimmerdecke ein Sensor, der auch im Dunkeln Bewegungen registriert. So bemerkt das System etwa, ob jemand das Bett verlässt oder stürzt und kann Alarm schlagen. Die Aufnahmen werden aber nicht gespeichert.
Der Anwendungsbereich sei sorgfältig definiert worden, schreibt das USZ in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat. Patienten, Besuchende und Mitarbeitende würden über den Einsatz informiert.
Auf Wunsch deaktiviert
Bei Patienten, die den Einsatz dieses Systems nicht gewollt hätten, sei es ausser Betrieb gesetzt worden, hält das USZ fest. Datenschutz-Bedenken hatte das USZ beim Start des KI-Systems nicht. Es sei eine interne Sicherheitsbeurteilung durchgeführt worden. Da «keine besonderen Risiken» festgestellt wurden, verzichtete das USZ auf eine Vorabkontrolle durch die Datenschutzbeauftragte.
Im Dezember 2025 informierte das Spital die Datenschutzbeauftragte dann über die Erfahrungen aus dem Pilotbetrieb und das weitere Vorgehen. Derzeit konkretisiert das USZ die Anforderungen an ein solches System weiter, wie das Spital festhält.