Zürcher Stadtrat verspricht nach Rating-Warnung Finanz-Disziplin
Die Stadt Zürich hat auf die Warnung der Ratingagentur Standard & Poor's reagiert. Der Stadtrat will bei den Ausgaben künftig strengere Prioritäten setzen, um Schulden zu bremsen.
Das Finanzdepartement der Stadt Zürich hat am Montagmorgen in einer Mitteilung auf die jüngste Bewertung durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) reagiert. S&P hat das begehrte AAA-Langfrist-Rating der grössten Schweizer Stadt zwar formell bestätigt. Gleichzeitig senkte die Agentur aber den Ausblick für die künftige Entwicklung von «stabil» auf «negativ».
Für den Zürcher Stadtrat kommt diese Einschätzung nicht überraschend. Der städtische Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) betonte am Montag, dass sich die Perspektive von S&P mit der Einschätzung des Zürcher Stadtrats decke. «Mit dem Zielwert von 1,5 Milliarden Franken Investitionen pro Jahr stellt der Stadtrat sicher, dass wir weiterhin in die Lebensqualität der Zürcherinnen und Zürcher investieren können, ohne dass die Verschuldung zu stark steigt», liess sich Leupi in der Mitteilung zitieren.
Besonders die rasant steigende Schuldenlast bereitet den Finanzexperten Sorgen. Während die Finanzverbindlichkeiten der Stadt im Jahr 2022 noch bei unter 5 Milliarden Franken lagen, könnten sie bis zum Jahr 2030 auf 14 Milliarden Franken anwachsen.
Ins Gewicht fallen dabei gemäss S&P vor allem Immobilienkäufe, die zwischen 2022 und 2025 rund 1,3 Milliarden Franken ausmachten. Die Stadt reagiert damit auf den angespannten Wohnungsmarkt und verfolgt das Ziel, den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen bis 2050 auf 33 Prozent zu erhöhen. Hinzu kommen umfangreiche Ausgaben für den Ausbau der Fernwärme, für Schulen sowie für Projekte im Zusammenhang mit dem Netto-Null-Klimaziel.