Zürcher Staatsanwaltschaft fordert Therapie für 27-Jährigen
Vor dem Bezirksgericht Zürich hat am Dienstag der Prozess gegen einen 27-jährigen Schweizer begonnen. Ihm werden gezielte Angriffe auf jüdische Menschen und Vorbereitungshandlungen zu schwerer Körperverletzung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Therapie, die Verteidigung in allen relevanten Anklagepunkten Freisprüche.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, im Dezember 2024 eine Serie von Angriffen auf jüdische Menschen verübt zu haben. Der folgenschwerste Vorfall ereignete sich laut Anklageschrift am 12. Dezember 2024 bei der Synagoge an der Erikastrasse. Dort soll der Mann mit einem Küchenmesser bewaffnet herumgeschlichen sein, in der Absicht, jüdische Gemeindemitglieder schwer zu verletzen. Sicherheitsangestellte vertrieben ihn jedoch, bevor es zu einem Angriff kam.
Der 27-jährige Schweizer wurde in Zürich geboren und ist hier aufgewachsen, hielt sich jedoch auch immer wieder in Marokko auf. Vor seiner Inhaftierung lebte er in einer Wohneinrichtung und bezog Sozialhilfe.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann eine Serie von Delikten vor, die am 8. Dezember 2024 begannen. An diesem Morgen soll er zunächst versucht haben, einer Passantin an der Manessestrasse im Vorbeifahren auf einem Roller die Sporttasche zu entreissen, was jedoch misslang.
Ohrfeige verpasst
Am selben Abend kehrte er laut Anklage an die Manessestrasse zurück und griff einen Passanten an, der aufgrund seiner Kleidung als Angehöriger der jüdischen Religionsgemeinschaft erkennbar war. Der Beschuldigte soll den Mann verfolgt und ihm unvermittelt eine schmerzhafte Ohrfeige ins Gesicht versetzt haben.
Wenige Tage später, am 12. Dezember 2024, setzten sich die Vorfälle fort. Zuerst betrat der Mann das Areal der «Ahavas Toire»-Schule und versetzte einem jüdischen Gemeindemitglied einen Faustschlag gegen das Ohr. Kurz darauf wurde er dabei beobachtet, wie er die Synagoge Agudas Achim mit dem bereits erwähnten Küchenmesser in der Tasche umkreiste. Der Beschuldigte wies die Vorwürfe zurück: Er habe nie jemanden umbringen wollen und das Messer lediglich mitgeführt, um damit «Brot zu schneiden».