Zürcher S-Bahnen werden künftig in Schaffhausen gewartet
Die neue Serviceanlage für die Zürcher S-Bahnen kommt definitiv nach Schaffhausen: Auf dem Areal des Güterbahnhofs soll dafür bis 2032 ein 220 Meter langes Gebäude erstellt werden. Die Stadt plant auf dem Areal gleichzeitig eine Überbauung – inklusive Hochhaus.
Bis anhin warten die SBB die S-Bahnzüge in Winterthur und Zürich. Doch diese Anlagen reichen nicht aus: Bis 2050 werden rund 30 bis 50 Prozent mehr Passagiere mit der S-Bahn unterwegs sein als heute.
Es wird aber nicht nur mehr Züge geben, die einzelnen Züge werden auch länger und brauchen deshalb grössere Hallen. Anfang der 2030er-Jahre nehmen die SBB 95 neue Doppelstockzüge in Betrieb, die 150 Meter lang sind. Das sind 50 Meter mehr als heute.
Die Standortsuche für neue Serviceanlagen gestaltet sich für die SBB jedoch schwierig. Die Pläne in Bubikon im Oberland mussten nach Protesten aus der Bevölkerung beerdigt werden. Dort hätte die Serviceanlage auf der grünen Wiese gebaut werden sollen.
Auch in Schaffhausen gab es «anfänglich etwas Abneigung» für die Pläne, wie der städtische Finanzreferent Daniel Preisig (parteilos) vor den Medien einräumte. Jetzt sehe die Stadt Schaffhausen das Projekt aber als Chance, ein neues Stadtquartier zu bauen, auf einem Areal, das ohnehin schon versiegelt sei und schwach genutzt werde.
«Nicht lärmintensiv»
Für die SBB ist der Standort ideal, weil hier vier S-Bahnlinien durchfahren oder enden. Die Züge müssen also nicht leer durch den Kanton Zürich gefahren werden, wenn sie alle 30 Tage in die Werkstatt sollen. Und das Areal gehört bereits den SBB.
Geplant ist ein Gebäude von 220 Metern Länge mit drei Geleisen. «Die Arbeiten sind nicht lärmintensiv», betonte Stefan Holzinger, bei den SBB für die Entwicklung von Serviceanlagen zuständig, am Mittwoch vor den Medien. Es handle sich um technische Kontrollen und kleinere Reparaturen. Pro Tag würden sechs bis neun Züge gewartet. Mit der neuen Serviceanlage entstehen 60 neue Arbeitsplätze.