Zürcher Lehrpersonen erhalten nicht mehr Zeit für Extra-Arbeit
Zürcher Lehrpersonen erhalten nicht mehr bezahlte Zeit für Extra-Arbeit wie Elterngespräche, Lagerorganisation oder Konfliktgespräche. Die Stimmberechtigten haben die entsprechende Vorlage mit 59,2 Prozent Ja-Stimmen abgelehnt.
258'488 Personen lehnten die Lehrervorlage ab, 177'871 stimmten dafür. Die Stimmbeteiligung betrugt 47,5 Prozent.
Der Regierungsrat begrüsst das Abstimmungsresultat, wie Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) vor den Medien sagte. Dies bedeute nicht, dass der Regierungsrat die zunehmende Belastung der Lehrpersonen in der Volksschule verkenne.
Das Stimmvolk habe jedoch ein Zeichen gesetzt, dass angesichts knapper Finanzen keine «Giesskannenlösung» gefragt sei. «Sondern pragmatische Lösungen dort, wo sie benötigt werden», sagte Steiner.
Gleichzeitig bedauerte die Bildungsdirektorin aber, dass mit der Ablehnung der Vorlage auch jene Lehrpersonen auf zusätzliche Ressourcen verzichten müssten, die in den vergangenen Jahren immer stärker belastet wurden. Dazu gehörten insbesondere die Klassenlehrpersonen. Auch hätten die Schule und Lehrpersonen administrativ entlastet werden sollen. «Mit der Ablehnung der Vorlage wird dies nicht so rasch passieren», sagte Steiner.
Wichtig sei nun, dass Schulen und Lehrpersonen den Spielraum, den sie hätten, optimal organisieren würden. «Und dass sie dabei auch von den Gemeinden unterstützt werden», sagte die Bildungsdirektorin.
Nicht mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung
Die Vorlage hätte Klassenlehrpersonen künftig 160 statt wie bisher 100 Stunden pro Jahr für zusätzliche Aufgaben wie Elterngespräche, Konfliktgespräche oder die Organisation von Lagern gewährt.
Zudem wäre der Lektionenfaktor von 58 auf 59 erhöht worden, womit allen Lehrpersonen mehr bezahlte Zeit für die Vor- und Nachbereitung zur Verfügung gestanden hätte. Unterrichtet jemand 20 Lektionen pro Woche, werden ihr heute 20 mal 58 Stunden angerechnet, also 1160 Stunden. Mit der Erhöhung auf 59 wären es 1180 Stunden gewesen. Der Lehrpersonalverband hätte die Änderungen begrüsst und sich sogar noch weitergehende Verbesserungen gewünscht.