Zürcher Gericht spricht 34-Jährigen von Brandstiftungs-Vorwurf frei
Das Bezirksgericht Zürich schickt einen 34-jährigen ehemaligen Kiffer in eine ambulante Therapie. Er stand vor Gericht, weil er versucht haben soll, einen Brand bei der Synagoge «Agudas Achim» im Kreis 3 zu legen. Das Gericht sah dafür jedoch keine Beweise.
«Ich war damals in einem desolaten Zustand», sagte der Schreiner über seine Verfassung im Sommer 2024. Wegen dem Kiffen litt er unter paranoider Schizophrenie. Er hatte Verfolgungswahn und war der festen Überzeugung, er müsse die Menschheit «vor Bösem bewahren».
Am Tag der Street Parade erzählte ihm ein unbekannter Mann, dass «diese Leute» am Schabbat Kinder quälen würden. Weil der Gaza-Krieg ihn damals sehr beschäftigte, kam er auf die Idee, seinen «Überwachern etwas zu bieten, ein Theater». Er habe bei «diesen Leuten» etwas Stinkendes hinterlassen wollen.
Er tränkte Werbeflyer mit Benzin und legte sie, verpackt in eine Papiertüte, vor die massive Holztüre der Synagoge. Vor Gericht bestritt er jedoch, dass er das Papier wirklich anzünden wollte. «Ich hätte das ohne Weiteres machen können, aber ich wollte nicht.»
Es wurden tatsächlich keine Brandspuren am Papier oder auf dem Boden gefunden. Die Staatsanwaltschaft war jedoch der Ansicht, dass ihm das Anzünden im Wahn lediglich nicht gelungen sei.
Das Gericht glaubte ihm aber, dass er keine Brandstiftungsabsicht hatte. Eine Absicht habe die Staatsanwaltschaft nicht beweisen können, deshalb müsse er freigesprochen werden. Gemäss Anklage hätte die Menge an getränktem Papier ohnehin nicht ausgereicht, um eine solch massive Holztüre in Brand zu setzen.
Schuldig gesprochen wurde der Schweizer hingegen für eine ganze Reihe weiterer Delikte: Er stahl unter anderem eine Playstation, bedrohte einen SRF-Moderator und schlich sich in eine Therme – alles Teile seiner «eingebildeten Mission», wie er vor Gericht sagte.
«Ich bin kein Antisemit»