Zürcher Gericht entscheidet über Zukunft von 67-jährigem Pädophilen
Das Zürcher Obergericht wird heute Donnerstag über die Zukunft eines 67-jährigen, notorischen Pädophilen entscheiden, der dutzende Mädchen missbraucht hatte. Die Staatsanwältin will ihn verwahren, sein Anwalt unter Auflagen sofort freilassen.
Die zuständige Staatsanwältin hält das Rückfallrisiko für «hoch». «Er ist weder einsichtig noch bereit, etwas am Risiko zu ändern», hielt sie beim Obergerichtsprozess im August 2025 fest. Eine Verwahrung sei die einzige Möglichkeit, um weitere Opfer zu verhindern. Weil ein weiteres Gutachten eingeholt werden sollte, folgt die Urteilseröffnung erst jetzt, fünf Monate danach.
Er stehe nicht auf Mädchen, betonte der Schweizer vor dem Zürcher Obergericht. Dass es früher zu einer ganzen Reihe von Übergriffen kam, schob er auf Beziehungsprobleme. Die «pädosexuellen Handlungen» seien eine Reaktion gewesen.
Die teilweise sehr jungen Opfer habe er ausgesucht, weil sie «leichter zu manipulieren» gewesen seien. Der Mann zeigte sich überzeugt, dass er heikle Situationen künftig meiden wird.
Pädophiler am Globi-Stand
Im Jahr 1999 wurde der Zürcher zum ersten Mal verwahrt, weil er dutzende Mädchen im Vorschulalter missbraucht hatte. Er lockte sie jeweils in Hauseingänge und verging sich an ihnen. Um seine Opfer zu finden, ging er auf regelrechte «Suchfahrten» durch die Quartiere.
Diese Verwahrung wurde vom Bezirksgericht Horgen im Jahr 2008 aufgehoben und in eine stationäre therapeutische Massnahme umgewandelt. Alle fünf Jahre wird dabei überprüft, ob die Massnahme fortgesetzt werden muss.
Im Jahr 2013 wurde die Therapie hinter Gittern ein erstes Mal verlängert. Im April 2017 konnte der Mann jedoch in den offenen Vollzug wechseln. Dabei durfte er auch gelegentlich alleine nach draussen – eine Wiedereingliederungsmassnahme.
Auf diesen unbegleiteten Ausgängen kam es zu drei Vorfällen, wegen denen er bis heute wieder hinter Gittern sitzt. An der Badenfahrt im Aargau hielt er sich am Globi-Stand auf, weil er sich «für die Bücher interessiert» habe. Am gleichen Anlass sprach er ein Mädchen an, dass ihn auf dem Trottinett angefahren hatte. Zudem schnitt er einer blonden Frau im Tram eine Haarsträhne ab, um diese bei der Selbstbefriedigung zu nutzen.