Zürcher Bauarbeiter sollen wegen Hitze bereits um 6 Uhr starten
Die Hitzewelle lässt auch die Zürcher Politik heisslaufen. Im Kantonsrat und im Stadtzürcher Gemeinderat sind insgesamt 21 Vorstösse dazu eingereicht worden. Sie reichen von Hitzefrei an der Schule über früheren Arbeitsbeginn auf dem Bau bis zu Klimaanlagen.
Für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf dem Bau sind die derzeitigen Temperaturen besonders hart. Sie sollen deshalb vermehrt in den erträglicheren Morgenstunden arbeiten.
Das fordern EVP, GLP, SP, Grüne und AL des Kantons Zürich in ihrem Vorstoss an den Regierungsrat. Ziel sei es, die Morgenstunden effizient zu nutzen und die extremen Nachmittagstemperaturen zu umgehen. Bislang verunmöglicht dies das strikte Lärmschutzrecht.
Baustopp bei 33 Grad
Deshalb soll der Regierungsrat die Baulärmverordnung anpassen. So wäre es möglich, bei einer prognostizierten Tagestemperatur von über 30 Grad lärmige Arbeiten bereits ab 6 Uhr morgens zu beginnen.
Noch drastischere Massnahmen fordert der Vorstoss bei Temperaturen ab 33 Grad. Ohne dauerhafte Beschattung oder stündliche Erholungspausen im Schatten soll ein Baustopp drohen.
Damit diese Ausfälle die Unternehmen nicht finanziell belasten, sollen hitzebedingte Verzögerungen bei vertraglichen Konventionalstrafen berücksichtigt werden.
«Hitzefrei Light»
Extreme Temperaturen belasten nicht nur die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Bauarbeitern, sondern auch jene von Kindern und Jugendlichen. Grüne, AL und SP möchten in einer Anfrage wissen, ob der Regierungsrat deshalb ein «Hitzefrei Light» zusammen mit Gemeinden, Arbeitgeberinnen und Institutionen prüfen würde.
Dies nach dem Vorbild des Modells der Primarschule Dübendorf, die ein «Hitzefrei light» kürzlich eingeführt hat. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler bei allzugrosser Hitze nach Hause geschickt. Bei Kindern, bei denen die Betreuung nicht gewährleistet ist, sichert die Schule ein solches Angebot.