Zu was ist Novak Djokovic mit 39 Jahren noch fähig?
Novak Djokovic feiert beim ATP-500-Turnier in Peking seinen grössten Erfolg seit Olympia 2024. Das spielerische Niveau ist da, doch aus seinen gesundheitlichen Problemen macht er ein Geheimnis.
Siege gegen die Weltnummer 2 Alexander Zverev, die Nummer 6 Daniil Medwedew und die Nummer 9 Alex de Minaur – auf dem Weg zu seinem 102. ATP-Titel in Peking trumpft Novak Djokovic (fast) wie zu seinen besten Zeiten auf. Der 39-jährige Serbe gewinnt lange, kräftezehrende Ballwechsel und überzeugt auch spielerisch. Nach schwierigen Monaten, die den baldigen Rücktritt wahrscheinlicher werden liessen, zeigt der Grand-Slam-Rekordchampion, dass er es noch immer kann.
Djokovic selber zeigt sich überrascht – und auch wieder nicht. «Ich habe immer hohe Erwartungen an mich», wiederholt er nach dem Finalsieg ein Credo, das er immer wieder betont. «Ich stelle mir immer vor, wie ich den Siegerpokal in die Höhe stemme. Aber ich bin mir natürlich bewusst, dass die Realität dieser Tage ein bisschen anders ist.»
Frühe Niederlagen in Paris und New York
Seit dem Olympiasieg im August 2024 in Paris hatte Djokovic nur noch zwei Turniere der 250er-Kategorie letztes Jahr in Genf und Athen gewonnen. Dass er nun ausgerechnet in Peking den grössten Titel seit über zwei Jahren feiert, ist kein Zufall. Sechs Mal hatte er von 2009 bis 2015 das Turnier in der chinesischen Hauptstadt gewonnen, mittlerweile ist er bei dem ATP-500-Event in 34 Matches ungeschlagen. Auch deshalb kehrte er erstmals nach elf Jahren nach Peking zurück.
Es sei ein «recht herausforderndes» Jahr, gibt Djokovic zu. Immer wieder kam er an seine physischen Limiten. Einen Final (diesen Januar am Australian Open) und fünf Halbfinals hat er in den letzten zwei Jahren auf der Suche nach einem 25. Grand-Slam-Triumph erreicht und war am Ende immer an Zverev, Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz gescheitert – oft nach einem bereits kräftezehrenden Turnier körperlich angeschlagen. In diesem Jahr schied er aber in Paris (3. Runde) und zuletzt am US Open (1. Runde) bereits früh aus.