Ziel: Einen Blackout vermeiden
Während einer spannenden Stunde erklärt Boris Boss, welche Massnahmen dem schlimmsten Fall vorangeschaltet sind.
Zum Informationsanlass im Hotel Ameron eingeladen hatte der Handels- und Gewerbeverein, und dessen Präsident Boris Bossi begrüsste die Mitglieder, unter die sich auch verschiedene Vertreter von Hotel Gastro gemischt hatten.
Seit das Thema Energiemangellage in aller Munde ist, wissen auch die meisten, dass es zwei Arten von Stromkunden gibt: Jene mit einem jährlichen Verbrauch von weniger als 100 000 kWh, also Privathaushalte und Kleinbetriebe. Sie erhalten Strom über die sogenannte Grundversorgung und müssen in Davos einen Preisaufschlag von rund einem Drittel gegenwärtigen. Anders jedoch die mittelgrossen Betriebe und viele Hotels. Sie konnten bisher auf dem freien Markt von günstigeren Preisen profitieren. Doch dort kostet das kWh-Strom inzwischen 80 bis 90 Rappen. «Noch vor einem Jahr fanden unsere Kunden Aufschläge von 1 Rappen viel», stellte Bühler die Zahlen in Relation. Die Situation werde sich auf einige Jahre hinaus nicht verbessern, führte Bühler, der sich als Mitglied der Kommission Energiewirtschaft des Dachverbandes der Schweizerischen Elektrizitätswirtschaft intensiv mit dem Thema beschäftigt, aus und zeigte ein Energieszenario 2050, das im Winter noch immer einen Mangel an in der Schweiz produziertem Strom prognostiziert.
Ostral
Strommangel war dann auch das Stichwort für den zweiten Teil des Referats, zur im kommenden Winter befürchteten Energiemangellage und den Massnahmen zur Abwendung des Schlimmsten: dem Blackout. Darunter versteht man einen flächendeckenden Zusammenbruch des Stromnetzes, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt und deshalb die Spannung von 50 Hertz nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. «In der Schweiz würden wir ein Wiederherstellen des Netzes auf lokaler Ebene wohl innert 24 Stunden hinbekommen», erklärte Bühler. Doch das nütze nichts, weil das Schweizer Netz untrennbar mit dem Europäischen verbunden sei und der Prozess in Deutschland mehrere Tage dauern würde. Die Folgen kann man sich leicht vorstellen, weshalb es gilt, alles daran zu setzen, dass es nicht soweit kommt. Hier kommt Ostral, die Organisation für Stromversorgung in Ausserordentlichen Lagen, ins Spiel. Die Pläne für eine solche Situation bestehen seit 30 Jahren und werden mit den Grossverbrauchern regelmässig durchgespielt. «Doch wie die praktische Umsetzung funktionieren wird, weiss derzeit niemand.»