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Schweiz und Welt

Zeitenwende am Hochalpinen Institut Ftan

Südostschweiz
28.02.2022, 04:30 Uhr
heute um 16:30 Uhr

«Endlich ist es uns gelungen, die Schule nachhaltig zu sichern.  Auf diese Worte des Verwaltungsratspräsidenten Jon Peer haben die Aktionäre und Aktionärinnen des Hochalpinen Instituts Ftan (HIF) lange warten müssen seit der Beinahe-Schliessung im 2015 und nach grossen Anstrengungen, die Schule neu zu positionieren. Die frohe Botschaft wurde an der ersten Generalversammlung seit dem Einstieg des neuen Mehrheitsaktionärs Education in Motion Group (EiM) verkündet. Und noch mehr Erfreuliches hatte Peer zu berichten: Dieses Jahr werden zwölf Millionen Franken investiert, davon neun Millionen Franken für die Modernisierung der Gebäude. Dabei geht es um den Einbau von Badezimmern, die Auffrischung der Turnhalle und die Vergrösserung der Schulräume. Die Umbauphase beginnt im April 2022 und soll Ende 2022 abgeschlossen sein. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen wird danach ein weiterer Ausbau erfolgen.

Im März 2021 hatte Dulwich College International die Aktienmehrheit des HIF übernommen und so die finanzielle Zukunft der Schule gesichert. Damit stiess das HIF zu einer weltweiten Familie von internationalen Schulen. «Dieser Schritt verleiht unserer Internationalisierungsstrategie einen neuen Schub und gleichzeitig wird das HIF mit erweitertem Bildungsangebot als Gymnasium im Unterengadin in seiner Bedeutung gestärkt», meinte Peer. Nach der im Juni 2020 erfolgten Akkreditierung als «IB World School» wurden im Geschäftsjahr 2020/2021 die Grundlagen für den Start des ersten IB-Lehrgangs geschaffen. Anfang August 2021 konnten die ersten Schülerinnen und Schüler diesen zweijährigen Lehrgang beginnen.

Mehr Schülerinnen und Schüler

«Durch das Engagement des neuen Mehrheitsaktionärs hat sich die finanzielle Situation am HIF entspannt», sagte Peer. Gegen Ende des Geschäftsjahres wurde ein Gesellschafterdarlehen von fünf Millionen Franken gewährt. Im Dezember 2021 konnte dadurch das Darlehen der Gemeinde Scuol fristgerecht zurückgezahlt werden. Im Gegenzug hat die Gemeinde auf das Kaufrecht und das Vorverkaufsrecht verzichtet. Dank einer Zunahme der Schülerinnen und Schüler am Internat konnte der Betriebsertrag auf über 3,9 Millionen Franken (Vorjahr 3,7 Millionen Franken) gesteigert werden. Trotz der guten Entwicklung ist die Auslastung von Schule und Internat allerdings nach wie vor ungenügend, was das negative Betriebsergebnis erklärt. Insgesamt konnte der Jahresverlust für das Geschäftsjahr 2020/2021 aber auf die Hälfte des Vorjahres reduziert werden. Er beträgt knapp 510 000 Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei Minus 790 965 Franken.

Grosse Nachfrage für Ignite

Im Rahmen der neuen Strategie ist die Einführung eines neuen Produktes mit dem Namen «Ignite» geplant. Ignite ist ein Angebot, das für das Zwischenjahr geschaffen wurde. In der Schweiz ist es das zehnte Schuljahr, in Asien das «Year 9». «Mit Ignite wird ein modularer Mix von Themen aus einem klassischen Lehrplan mit Sprachen und Naturwissenschaften sowie deutlich ausgebauten Sportmöglichkeiten angeboten. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Nachhaltigkeit, Ökologie und Biodiversität gefördert», erklärte Peer. EiM habe eine Umfrage in ihren Schulen gemacht und die Nachfrage für das Ignite-Programm sei sehr gross. So kann aus den über 10 000 Schülerinnen von EiM ein kleiner Prozentsatz interessierter Jugendlicher das HIF laufend füllen. «Die Schülerinnen und Schüler besuchen dann ein Jahr das HIF und wiederum werden einige dann bleiben», zeigt sich der Verwaltungsratspräsident zuversichtlich. Damit sei der Erfolg der Schule garantiert.