Kinder an die Macht
Die kargen weissen Räume, wo sonst im Januar die Eliten umherwandern und unsere Zukunft planen, waren diese Woche fest in der Hand der Jugend. Schon im farbenfrohen Eingangsbereich merkte man: Es geht darum, einen nachhaltigen Mehrwert für die kommenden Generationen zu schaffen. «Den ganzen Eingangsbereich haben die Jugendlichen selbst und nach ihren Vorstellungen aufgebaut», erklärt Bernhard Hanel, Gründer des WCF, «es ist schön zu sehen, wie die Kreativität der Teilnehmenden den Ort innerhalb weniger Stunden mit Farbe und Freude gefüllt haben.» Man spüre die vielen Einflüsse und Herkünfte in allen Ecken. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 22 Jahren kommen aus über 30 Nationen von sechs Kontinenten. Gemeinsam hausten sie die Woche durch in der Jugendherberge. Alle Nationen gemischt. Darunter junge Menschen aus der Ukraine, Russland, Israel und Palästina. Auch bei der Friedensdiskussion am Dienstagabend auf der grossen Bühne, dort wo sonst die Staatsoberhäupter diskutieren, seien sehr viel Emotionen im Spiel gewesen. «Wir haben es hingekriegt, dass beispielsweise ukrainische Kinder mit russischen in Austausch treten und miteinander Sorgen, Ängste und Hoffnungen austauschen. Das haben die nicht mal auf dem Bürgenstock geschafft», sagt Hanel mit einem leichten Augenzwinkern. Doch man merkt, dass der Austausch untereinander und Respekt voneinander an höchster Stelle stehen.
«It's not a game, we're gonna build this place»
Auf dieser Basis erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam in verschiedenen Workshops und Diskussionen Lösungsansätze für die komplexen Probleme auf der Welt. Vom Musizieren, Tanzen bis auch dem gemeinsamen Meditieren war alles dabei. Das WCF verfolgt mit seinen Aktionen das Ziel der jungen Generation eine international beachtete Stimme bei der aktuellen Führungsgeneration in Politik und Wirtschaft zu verleihen.
Die Jugendlichen haben jedoch nicht nur miteinander diskutiert. Ebenfalls waren Projekte dabei, welche eines Tages realisiert werden sollen. Eines davon entstand in einem von Hanel persönlich geleiteten Workshop. In diesem entwickelten die Teilnehmenden einen Spiel- und Begegnungsraum für die Krisenregionen in der Welt. «Baut Modelle, von dem, was ihr gerne an einem solchen Ort der Begegnung hättet. Ob Fussballplatz oder Schaukel ist egal. Gemeinsam werden wir die Ideen dann zusammenfügen», erklärte Hanel den gespannten Jugendlichen. Weiter erläuterte er ihnen, dass der Massstab entscheidend sei. Da das Projekt ja tatsächlich so umgesetzt werden solle. Als einer der Teilnehmenden die Erklärung aufgrund der Sprachbarriere nicht ganz verstand, sagte Hanel: «It's not a game, we're gonna build this place.»
Eine schöne Aussage, welche das WCF herrlich widerspiegelt. Mit Diversität und Toleranz wollen die Organisierenden wirkliche, greifbare Projekte gemeinsam umsetzen, um Menschen zu helfen und die Welt so zu verbessern.