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Schweiz und Welt

World Biodiversity Forum zum 2. Mal in Davos

Davoser Zeitung
07.07.2022, 17:24 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Das Motto der von der Universität Zürich und dem Forschungsnetzwerk «bioDISCOVERY» organisierten Konferenz lautete «Inspiration zum Handeln». Vertreter aus Forschung und Praxis waren aufgefordert, gemeinsam Lösungs­ansätze zu entwickeln, um den Verlust der biologischen Vielfalt rückgängig zu machen und so eine Trendwende im Artenschutz einzuläuten.

Klimawandel und Artenverlust verstärken sich gegenseitig, eine Begrenzung des Artenverlusts ist ebenso wichtig wie die Limitierung der Erwärmung. Dies unterstrich auch Landamman Philipp Wilhelm in seiner Begrüssungsrede, und wies auf die Pläne hin, Davos bis 2030 zum klimaneutralen Ferien- und Kongressort zu machen. Anliegen der Konferenzorganisatoren war es, auch Vertreter aus Gebieten an das WBF zu bringen, die man sonst nicht an einer Biodiversitätskonferenz findet. Vertreter aus dem Bank- und Finanzwesen debattierten neue Finanzinstrumente, die ein nachhaltigeres Wirtschaften möglich machen können. In Städten spielen Grünflächen eine grosse Rolle. Sie können nicht nur die Erwärmung um mehrere Grad senken, sie stellen auch wichtige Erholungsräume und Begegnungsstätten für die Stadtbevölkerung dar. Symposien zur Stadtplanung und -entwicklung zeigten auf, wie Biodiversität in städtischen Zentren erhöht werden kann.

Auch die Berggebiete spielten eine wichtige Rolle in der Konferenz. Über die biologische Vielfalt in den Bergen, die nicht nur durch den Klimawandel bedroht ist, ist noch zu wenig bekannt. Durch die Aufgabe der traditionellen Alpwirtschaft gehen auch wertvolle Flächen verloren. Die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt in den Bergregionen ist daher von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung. Viele Teilnehmende nutzten die Pausen sowie die Zeit vor und nach dem Kongress, um die wunderschöne Davoser Bergwelt zu erkunden.

Die Teilnehmer des WBF schätzten die Vielfalt des Programms, das von Plenarvorträgen unter anderem aus Philosophie, Finanzwesen und Gesundheit umrahmt wurde. Der Kongress wurde als vielfältig und bereichernd empfunden, die Teilnehmenden verliessen Davos inspiriert und voller neuer Ideen, sowie dem gemeinsamen Ziel, die Natur zu erhalten, und gemeinsam Werkzeuge und Lösungen bereitzustellen, um die Biodiversitätsziele zu erreichen.

Zum Abschluss der Konferenz wurde eine Resolution mit konkreten Handlungsempfehlungen herausgegeben. Sie sendet eine starke Botschaft an Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, Massnahmen zu ergreifen und die Biodiversitätskrise gemeinsam zu lösen.

Das 3. WBF wird vom 15. bis 21. Juni 2024, wieder in Davos, stattfinden.

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