Die Wohn-Trends in der Schweiz
von Renato Faoro, eidg. dipl. Betriebswirtschafter HF und Mitglied des Kaders bei Remax Gricon Treuhand + Immobilien AG
Die Schweiz wächst: In den letzten 20 Jahren hat die Bevölkerung um 20 Prozent zugenommen auf inzwischen über 8,7 Millionen Menschen. Im Jahr 2050 sollen es sogar 10,4 Millionen sein, besagt die Prognose des Bundesamtes für Statistik. In Kombination mit dem neuen Raumplanungsgesetz, welches 2014 in Kraft trat (siehe Info-Box), wird dies zu einer verdichteteren Bauweise in der Schweiz führen.
Wie Daten von FPRE zeigen, wird in der Schweiz zunehmend weniger Grundstückfläche beansprucht, sinkt die durchschnittliche Zimmerzahl, steigt der (regulatorische) Druck zur Erhöhung der Belegungsdichte und nimmt die Zahl an Reihenfamilienhäusern im direkten Vergleich mit freistehenden Einfamilienhäusern immer mehr zu. Neben dem verdichteten Bauen gibt es noch weitere Megatrends, die bestimmen, wie wir morgen leben werden:
Digitalisierung
Das «Smart Home» ermöglicht die Steuerung diverser Geräte im Haushalt mittels Smartphone oder Tablet und kann so auch von der Ferne bedient werden. Aktuell beliebt sind etwa das «smarte» Steuern von Lampen, der Zugriff auf die Überwachungskamera via Internet, die Anpassung der Heiztemperatur via App oder Staubsaug- sowie Mähroboter. Kommt der Durchbruch des 5G-Internets, dürfte es künftig noch weitere Neuerungen im Smart-Home-Bereich geben, die den Alltag erleichtern werden.
Klimawandel
Nachhaltigkeitskriterien stehen bei Neubauten und Sanierungen stark im Fokus. Häufig geht es dabei um eine Reduktion der CO-Emissionen. Der Klimawandel bringt aber auch weitere Trends im Wohnbereich hervor: Etwa Urban Gardening, bei dem in der Stadt auch auf kleinen Flächen, wie etwa dem eigenen Balkon, Gemüse und Kräuter zur Selbstversorgung angepflanzt werden. Eine ressourcenschonende Art zu leben sind auch die sogenannten «Tiny Houses» sowie Mikrowohnungen, die in der Regel um die 20 bis 35 Quadratmeter Fläche bieten. Zweitgenannte Wohnform könnte etwa in Zentren, wo Wohnraum sehr knapp und teuer ist, an Bedeutung gewinnen.