Die schwache Signifikanz der Leerwohnungsziffer
von Reto Nick, Geschäftsführer des HEV Graubünden
Am 1. Juni 2023 standen in Graubünden 0.58 Prozent des Wohnungsbestandes oder 1'057 Wohnungen leer. Dies entspricht in etwa dem gesamten Wohnungsbestand der Gemeinde Lantsch/Lenz. Dies geht aus der Leerwohnungszählung des Bundesamtes für Statistik hervor. Die Leerwohnungsziffer wird, nach Kantonen gegliedert, jeweils per 1. Juni erhoben und im September desselben Jahres vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht.
Die Definition der Leerwohnungsziffer
In der Leerwohnungszählung gelten – anders als bei der Gebäude- und Wohnungszählung – nur diejenigen Wohnungen als Leerwohnungen, die auf dem Markt zur Dauermiete oder zum Kauf angeboten werden. Berücksichtigt werden alle bewohnbaren Wohnungen, unabhängig davon, ob sie möbliert sind oder nicht. Unter der Leerwohnungsziffer versteht man den prozentualen Anteil der leerstehenden Wohnungen (Stichtag: 1. Juni) am Gesamtwohnungsbestand der registerbasierten Gebäude- und Wohnungsstatistik (GWS) des Vorjahres.
Sinkende Ziffer führt zu politischen Folgen
In den letzten Jahren ist die Leerwohnungsziffer in Graubünden stetig gesunken. Diese Entwicklung hat in Politik und Medien zu Diskussionen über eine mögliche Wohnkrise geführt, obwohl der Wohnungsmangel ein bereits länger bestehendes Problem ist. Graubünden hat seit jeher einen im Vergleich zur Schweiz eher tieferen Leerwohnungsbestand.