«Wir wollen, dass die Leute stolz auf uns sind»
Der Schweizer Nationaltrainer Jan Cadieux hat den anfänglichen Schock nach der Entlassung seines Vorgängers Patrick Fischer gut verarbeitet. Für ihn zählt einzig und allein die Mannschaft.
«Ein Schock für alle», sei für Jan Cadieux die Entlassung von Patrick Fischer drei Wochen zuvor nach der Affäre um ein gefälschtes Covid-Zertifikat gewesen. In diesem Moment sei ihm durch den Kopf gegangen, «was wir alles zusammen erlebt haben, was Fischi für die Mannschaft geleistet und welche Kultur und Werte er eingebracht hat. Es gibt ein solides Fundament. Das schätzt ich enorm. Ich weiss, dass ich auf ihn zählen kann, wenn ich etwas brauche, und umgekehrt auch.» Noch am Dienstag telefonierte er mit Fischer. Ob er dies auch während der WM tun wird, liess Cadieux offen.
Cadieux kommt nicht nur das solide Fundament zugute, sondern auch, dass er schon beim Gewinn der letztjährigen WM-Silbermedaille und auch in diesem Jahr an den Olympischen Spielen in Mailand als Assistent von Fischer zum Trainerstab gehörte. Er betont aber: «Am Ende ist es ein ganzer Staff, es geht nicht um eine Person. Fischer war sehr gut darin, Verantwortung zu übertragen.» Zudem glaube er zu 100 Prozent an das bisherige Spielsystem. Als Klubtrainer habe er viele Dinge gleich gemacht. Von daher hat sich für den 46-Jährigen nicht viel geändert.
Bestmögliche Voraussetzungen schaffen
Ohnehin lebt Cadieux im Moment. Für ihn zählt einzig, gemeinsam mit den Staffmitgliedern die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Mannschaft die bestmögliche Leistung abrufen und die Heim-WM auch geniessen kann – das ist ihm enorm wichtig. Zu seinem Coaching sagt er: «Am Ende ist Coaching etwas, das vom Herzen kommt. Das Wichtigste ist, mich selber zu bleiben.»
Auf die Frage, wann es für ihn ein erfolgreiches Turnier sei, antwortet Cadieux: «Wir sprechen weder über die Anzahl der Siege noch über die Goldmedaille, vielmehr wollen wir, dass die Leute stolz auf uns sind, wir uns in die Augen schauen und sagen können: ‹Wir haben unser Bestes gegeben›. Denn die Gegner können wir nicht kontrollieren.»