«Wir und die Kunden wünschen uns Lockerungen»
Nach dem beinahe zweimonatigen Lockdown waren sie bei den ersten, die wieder öffnen durften: die Coiffeursalons. An jenem Montag im April bildeten sich lange Schlangen vor den Salons, freudig streckten die ersten glücklichen Kundinnen und Kunden anschliessend ihre Nach-Quarantäne-Mähne in die Kameras der angereisten Fernsehteams.
Möglich machte dies das Schutzkonzept, welches jedes Coiffeurgeschäft einhalten muss. Zwar kann dieses Konzept im Detail unterschiedlich aussehen, dennoch gibt es gewisse Grundregeln, die für eine Wiederaufnahme der Arbeit unerlässlich waren. Regelmässiges Desinfizieren der Arbeitsplätze und Werkzeuge, Handdesinfektion für Kunden und Coiffeure sowie Maskenpflicht. Kein Problem, schliesslich sichern diese Massnahmen das regelmässige Einkommen. Sollte man meinen. Wie sich nun aber rausstellt, zeichnet sich bei den lokalen Coiffeuren langsam der Lagerkoller ab. Während der Bund nämlich immer mehr Lockerungen beschloss, blieben die Coiffeure aussen vor – für sie gilt nach wie vor, was auch Ende April gegolten hat.
Zwar kämen die Kunden sehr gut mit den Massnahmen klar, sagen Jsabell Frei und Barbara Cadosch vom «HoorParadiis» in Chur. Aber: «Mit einzelnen Kunden haben wir grosse Diskussionen und das ist sehr anstrengend.» Auch wenn die Beiden finden, dass der Bund im Grossen und Ganzen gut gearbeitet hat. «Bis jetzt hat es bei uns keine nennenswerten Lockerungen gegeben. Das können die Kunden manchmal nur schwer akzeptieren.»