«Wir fühlen uns wohl, aber ...»
Durchgeführt wurde die Befragung der Zweitheimischen, wie sie inzwischen landläufig genannt werden, in Form von Online-Befragungen, Fokusgruppen und Kaminfeuergesprächen. Dabei kamen von den rund 1300 Angesprochenen rund 1000 Antworten zurück. Neben der Erhebung von persönlichen Angaben wurden Fragen gestellt, etwa zur Grösse der Wohnung. Dabei zeigte sich, dass die meisten davon eher klein sind und sich nicht für einen permanenten Wohnsitz eignen. Abzuklären, wie es um diese Absichten steht, war aber genau einer der Gründe für die Befragung gewesen. Mit dem Gedanken eines Umzugs nach Davos spielen denn auch rund dreissig Prozent der Befragten, konkrete Pläne haben hingegen nur zwei Prozent. Neben der Wohnqualität in Davos, die generell ein gutes Zeugnis erhält, war dabei die Verfügbarkeit von erschwinglichem Wohnraum ein wichtiges Kriterium. Beim Thema «Mangel an erschwinglichem Wohn-raum» waren erstaunlicherweise mehr als vierzig Prozent der Zweitwohnungsbesitzenden bereit, in irgendeiner Form einen Beitrag bei dessen Linderung zu leisten. Als Gründe dafür wurden die Verbundenheit mit Davos und die Sorge um die Entwicklung der Gemeinde angegeben. Diese Bereitschaft will Landammann Philipp Wilhelm nutzen und stellte im Anschluss an die Präsentation der Resultate den Aufbau eines Forums für Wohnraumentwicklung in Aussicht. Es soll bei der neu geschaffenen Stelle für Stadt- und Landschaftsplanung angesiedelt werden.
Austauschplattform in Arbeit
Mit der Umfrage sollte auch die Frage nach der Standortqualität geklärt werden. Zwar gibt es grosse Zufriedenheit bezüglich Natur, Erholung sowie Tourismus- und Sportinfrastruktur, andererseits fehlen aber soziale Integration sowie Informationen zur Entwicklung und den Zukunftsthemen von Davos. Festgestellt wurde auch ein grosses Bedürfnis nach Partizipation. Mit einer Austauschplattform für Einheimische, Zweitheimische und Zuziehende/Zugezogene will Wilhelm zumindest beim Punkt «Vernetzung mit Davos» ansetzen. «Die Schaffung einer entsprechenden Plattform ist Teil der Legislaturziele 2022.» Konkreteres konnte er dabei noch nicht sagen.