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Schweiz und Welt

«Wir arbeiten daran, die Pandemiestation wieder zu öffnen»

Südostschweiz
20.08.2021, 15:09 Uhr
gestern um 16:56 Uhr

Die Coronafallzahlen steigen wie im vergangenen Herbst an. Dies, obwohl rund die Hälfte der Bevölkerung geimpft ist. Dies kriegen auch die Spitäler zu spüren. So schreibt die Nachrichtenagentur SDA: «Die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) schlägt Alarm.» Seit einigen Tagen würden die Intensivstationen der Schweiz wieder eine sehr starke Zunahme an kritisch kranken Covid-19-Patienten verzeichnen, die in den allermeisten Fällen nicht geimpft seien. Die SGI könne deshalb eine weitere Verschärfung des bereits bestehenden Personalmangels nicht ausschliessen. Damit würde sich die Situation auf den Intensivstationen weiter zuspitzen.»

Noch ist Ruhe im Oberengadin

Auf Anfrage von Radio Südostschweiz sagt Beat Moll, CEO des Spitals Oberengadin, dass die vierte Welle bei ihnen noch nicht stark spürbar sei: «Wir haben immer mal wieder den ein oder anderen Covidpatienten bei uns. Es gab aber auch zwei, drei Wochen ohne jemanden mit Sars-CoV-2. Aktuell haben wir einen Patienten mit Covid-19 auf der Intensivstation.» Die tiefe Anzahl Patienten sei durch die tiefe Infektionsrate im Oberengadin erklärbar. Spannend sei: «In aller Regel handelt es sich bei den Patienten um ungeimpfte Personen», sagt Beat Moll. Dies zeige, dass die Impfung wirkte.

Klare Botschaft aus dem Kantonsspital Chur

Anders klingt es in Chur. «Wir spüren die steigenden Infektionszahlen», sagt Dajan Roman,  Bereichsleiter Unternehmenskommunikation des Kantonsspitals in Chur. Die Spitaleinweisungen hätten stark zugenommen. «Am Donnerstagmorgen hatten wir sieben Personen isoliert auf den Stationen. Fünf Personen sind auf der Intensivstation, drei davon müssen beatmet werden.» Von allen Patienten, die zu diesem Zeitpunkt wegen des Coronavirus im Kantonsspital hospitalisiert waren, sei eine Person geimpft. «Diese Person befindet sich aktuell auf der Intensivstation», so Roman. Wichtig sei in diesem Zusammenhang aber, dass die betroffene Person unter einem stark angeschlagenen Immunsystem leide. Damit sei sie eine absolute Ausnahme. Der Appell des Spitals ist deshalb deutlich: «Lasst euch impfen! Die Impfung schützt zuverlässig vor einem schweren Verlauf.» Aktuell arbeitet das Kantonsspital daran, die Pandemiestation wieder zu öffnen. Geschlossen wurde sie erst am 5. Juli. «Letztes Jahr konnten wir sie bis Ende Oktober geschlossen halten. Aktuell deutet aber alles darauf hin, dass wir sie früher öffnen müssen», so Roman. (mas)

Aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage passt das Kantonsspital Graubünden die Besuchsregeln an. Patientinnen und Patienten dürfen ab Samstag, 21. August, nur noch eine Besucherin/einen Besucher pro Tag empfangen und dies für maximal eine Stunde. (ksgr)