Winterthurer Stadtrat bereitet Sanierungsprogramm vor
Der Stadt Winterthur steht ein Sanierungsprogramm bevor: Weil die finanziellen Aussichten düster sind, hat der Stadtrat bereits Vorbereitungen dafür in die Wege geleitet. Die Details dazu folgen, wenn das Budget 2027 erstellt wird.
Die Zahlen aus dem Jahr 2025 sehen auf den ersten Blick erfreulich aus: Die zweitgrösste Stadt des Kantons schloss die Rechnung viel besser ab als angenommen. Unter dem Strich blieb ein Plus von 63,9 Millionen Franken. Budgetiert war lediglich ein Plus von 18,7 Millionen Franken, wie aus den Zahlen vom Dienstag hervorgeht.
Hauptgründe für das unverhofft gute Ergebnis waren hohe Steuereinnahmen und ein Gerichtsurteil zu Kinder- und Jugendheimen. Dieses kam zum Schluss, dass die Stadt Winterthur zu viel für Heimpflegeleistungen gezahlt hatte.
Das Urteil verpflichtete den Kanton Zürich deshalb dazu, der Stadt 39,7 Millionen Franken zurückzahlen. Winterthur erwartete dieses Geld eigentlich erst im laufenden Jahr. Der Kanton überwies den Betrag aber bereits 2025.
Gut lief es auch bei den Steuereinnahmen, die um 17,4 Millionen Franken höher ausfielen als erwartet. Vor allem die natürlichen Personen lieferten mehr in die Stadtkasse ab als budgetiert.
Die Nettoschuld pro Kopf sinkt wegen des guten Resultats von 8900 Franken auf noch 8343 Franken. Insgesamt gab die Stadt 2 Milliarden Franken aus.
«Wachsende Defizite»
Auf den zweiten Blick zeigen die Zahlen aber auch, dass die Stadt ein längerfristiges Problem hat. Die Kosten für Schule und Betreuung stiegen im vergangenen Jahr weiter an, vor allem wegen höherer Ausgaben fürs Lehrpersonal und mehr Sonderschulung.
Auch die Demographie bereitet dem Stadtrat Sorgen: Winterthur wird zunehmend älter. Die Nachfrage nach Spitex-Leistungen steigt, ebenso die Fallzahlen bei den Zusatzleistungen zur AHV/IV.