Wiler Stadtrat lässt Ursache der Finanzmisere des Hofs untersuchen
Der Stadtrat von Wil SG lässt die Ursachen für die Finanzmisere beim Umbau des Hofs durch eine Anwaltskanzlei extern untersuchen. Gleichzeitig verweigert er der angeschlagenen Stiftung Hof zu Wil einen verlangten À-fonds-perdu-Beitrag. Stattdessen werden beim Stadtparlament befristete Darlehen von rund vier Millionen Franken beantragt, damit die Stiftung die Rechnungen von Handwerkern bezahlen kann.
Der Stiftung Hof zu Wil fehlt nach einer rund 30 Millionen Franken teuren Sanierung des historischen Gebäudekomplexes in der Altstadt Geld. Ohne rasche Finanzspritze droht die Zahlungsunfähigkeit, wie aus einem Bericht und Antrag des Wiler Stadtrats an das Stadtparlament hervorgeht.
Die Gesamtkosten der dritten Bauetappe des Hofs liefen aus dem Ruder: Statt der 2020 von den Stimmberechtigten bewilligten rund 25 Millionen Franken schlägt das Bauprojekt nun mit rund 30 Millionen Franken zu Buche. Neben Projektänderungen trug eine bereits 2023 von der Stiftung als «Excelfehler» bezeichnete Differenz in der Kalkulation wesentlich zur Finanzierungslücke bei.
Um zu verhindern, dass lokale Handwerker und Gewerbetreibende auf ihren offenen Rechnungen sitzen bleiben, beantragt der Stadtrat dem Parlament ein bis Ende 2028 befristetes, zinsloses Darlehen von 3,0 Millionen Franken für die Baukosten sowie eine Kreditlimite von 950'000 Franken zur Sicherung des laufenden Betriebs. Die Stiftung verlangte diese Beiträge ohne Rückzahlungspflicht.
Denn die Stiftung kämpft mit weiteren Problemen: Auch die Einnahmen aus dem Gastrobetrieb liegen weit unter den Erwartungen. Wie die «Wiler Zeitung» berichtete, hatte die Stiftung dem Wirtepaar den Pachtvertrag per Ende September gekündigt. Dieses hat die Vertragsauflösung auf dem Rechtsweg angefochten und betreibt das Restaurant derzeit weiter.