Zum Hauptinhalt springen
Schweiz & Welt

Verkehrsstrategische Bedeutung – noch nicht ausgeschöpft

Davoser Zeitung
05.01.2023, 12:00 Uhr
11.05.2026, 12:16 Uhr

In Davos Dorf könnte endlich mit dem Generationenprojekt eine grosse Quartierplanung von städtebaulicher und verkehrsstrategischer Bedeutung – dies zukunftsweisend für die ganze Landschaft – realisiert werden. Die Arealplanung ist auszuweiten. Das heutige Generationenprojekt ist – Planungsstand heute – eine reine Baulandoptimierung.

Das ganze Areal nordwestlich und südöstlich der Bahnlinie mit den Bahn­übergängen Mühlestrasse und Dischmastrasse muss in die Überlegungen mit­-einbezogen werden. Verkehrsstrategisch muss fundierter und nachhaltiger gedacht werden. Verkehrsflächen und Unterführungen gehören in den Boden. Darauf entstehen Grün- und Freizeitflächen, die grösser ausfallen sollten, als sie sich heute präsentieren.

Von Shutteln spricht noch niemand

Auffangparkplätze – bis zu 1200 an der Zahl – und 800 Pflichtparkplätze für die Parsennbahn sind zu schaffen, alle sind wortwörtlich tiefer zu setzen. Es gilt, sich hier auf das Abfangen des anfahrenden Privatverkehrs und auf die Bergbahnbenutzer auszurichten – und dies für Spitzenzeiten! Es fehlt an Denkansätzen zur Verlagerung zum ÖV und zum Shutteln vom Dorf in den Platz und umgekehrt.

Vielseitige Nutzbarkeit

Davos hat heute die einmalige Gelegenheit, aus dem Projekt das Beste an Stadtarchitektur herauszuholen. Es muss wortwörtlich höher gedacht werden. Eine Gesamtgestaltungsplanung ist notwendig. Hinsichtlich der Arealentwicklung gilt es, den Zusatznutzen auszuschöpfen. Die Aspekte Wohnraum und Arbeitszentrum wurden bis heute nicht angedacht. Diese zahlreichen Chancen gilt es wahrzunehmen. Sonst bleibt das Generationenprojekt auf halbem Weg stehen.

Mehr als eine Verkehrswende

- In Davos Dorf könnte endlich eine «grüne 15-Minuten-Stadt» realisiert werden. In einem Radius von 900 Metern rund um das Seehofseeli sind alle wichtigen Dinge des ­Lebens zu Fuss und mit Velo erreichbar.

- Die innerstädtische Verkehrsbe­ruhigung hat absoluten Vorrang. Es fehlt an neuen Bahnhaltestellen «Kongress» und «Sportzentrum», und es fehlt vor allem an der Aufhebung aller Bahnübergänge.

- Auffangparkplätze sind keine vorgesehen! Zudem werden über 150 Parkplätze rund um das Seehof­-seeli abgebaut. Das geplante Parkhaus bietet weniger Platz, als es heute schon hat.

- Die Parsennbahn verfügt über zu wenig eigene Parkierungsmöglichkeiten.

- Ab dem neuen Bahnhof Dorf mit Bushof und Grossparkhaus kann das wirkliche, nachhaltige Umsteigen auf den ÖV gelingen. Neben Bus und Bahn sind ab diesem Standort kleinere, flexiblere Nahverkehrsmittel einzusetzen.

- Die angedachte Versorgungsstrasse «Talstrasse» hat nur eine Chance, wenn einerseits der Innerortsverkehr um die Hälfte beruhigt ist und andererseits alle Bahnübergänge aufgehoben sind.

- Die Grünflächen fallen zu klein aus, das Seeli wird verkleinert.

- Auf dem Parsennparkplatz muss städteplanerisch höher gebaut werden können.

- Auf der grossen Arealfläche können unterschiedlichste Wohnstrukturen entstehen, von Luxuswohnungen über bezahlbare Wohnungen bis zu gemeinnützigen Wohnungen.

- Auch lassen sich darauf neue Arbeitsräume realisieren. Die Digitalisierung fordert neue, kreative, branchenübergreifende Arbeitsmodelle.

Reichen 500 oder 600 Tiefgaragenplätze aus?
Heute weist der Parsennparkplatz rund 550 Parkplätze für Personen­wagen und Parkraum für rund zehn Busse/Reisecars auf. Der PP Feuerwehrdepot mit 60 Plätzen und der PP Migros über 65 Plätzen werden aufgehoben. Ebenso die 28 beim Seehofseeli. Wie es sich mit den 40 Parkplätzen beim Montana verhält, ist unklar. Das Hotel Parsenn will für seine Erweiterung auch 30 gedeckte Parkplätze. Insgesamt stehen heute nur rund 650 Parkplätze für Personenwagen und zehn für Reisebusse zur Verfügung. Neu sollen nur noch 500 geschaffen werden. Das ist offensichtlich zu wenig. Das Angebot sollte wegen der dringend notwendigen Auffangparkplätze verdreifacht werden.

Mehr zum Thema: Mobilität, Politik, Zürich, Bern, Schweiz