«Wien ist unruhig und in Schockstarre»
Skurril sei die ganze Situation, erzählt Valentina Dirmaier, fassungslos sie selbst. Immer wieder frage sie sich, welches die Beweggründe gewesen sein mögen für diese Tat. Die Journalistin Dirmaier, Anfang 2018 für einen Monat auf der Redaktion der «Südostschweiz» tätig, geht am Tag nach dem Terroranschlag durch die Strassen Wiens. Dirmaier, normalerweise eine fröhliche Frau voller Tatendrang, wirkt sehr nachdenklich. Sie geht beim Schwedenplatz vorbei, wo die Tat verübt wurde, vorbei an Orten, wo sich normalerweise viele Menschen tummeln. Es jetzt aber sehr ruhig ist. «Wien ist in Schockstarre, aber gleichzeitig unruhig.» Die Polizei halte sich bedeckt mit der Herausgabe von Informationen, sagt Dirmaier. Was sie weiss: Zwei Passanten und zwei Passantinnen sind beim Terroranschlag verstorben, der Attentäter wurde von der Polizei erschossen. 17 Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizist. Die Polizei rate der Bevölkerung derzeit, zu Hause zu bleiben. Weil bislang unklar sei, ob das Attentat von einem einzelnen Täter oder einer Gruppe verübt worden sei. Falls es eine ganze Gruppe war, sei diese vermutlich noch unterwegs. Die ganze Nacht auf Dienstag habe die Polizei Razzien durchgeführt und immer wieder Personen festgenommen, so Dirmaier.
Terror in Wien: Frau stirbt an Verletzungen – Noch keine Entwarnung
20 Jahre alt war der Täter, weiss Dirmaier aus Berichten des Wochenmagazins «Falter». Er ist in Österreich geboren, stammt aber aus Nordmazedonien. Die Redaktoren des «Falter» haben die Geschehnisse beinahe aus nächster Nähe miterlebt, wie Dirmaier erklärt. Deren Büroräumlichkeiten liegen direkt beim Schwedenplatz, dem Tatort. Die ganze Nacht hätten die Redaktoren im Büro ausharren müssen. Via Twitter haben sie sich zu den Ereignissen und der laufenden Polizeiarbeit geäussert.