Energiesparen bleibt weiterhin die Devise
«Energiesparmassnahmen aufzuheben, macht keinen Sinn», ist die klare Devise des zuständigen Kleinen Landrates Jürg Zürcher. Der Vorsteher des Departementes «Gesellschaft, Gesundheit und Sicherheit» führt aus, dass auf der Gemeinde grundsätzlich die definierten Massnahmen nach wie vor gälten. Zürcher begründet dies so: «Zum einen hilft es mit, bereits heute die Voraussetzungen für eine sichere Stromversorgung im nächsten Winter zu schaffen – Stichwort volle Stauseen – und zum anderen sind wir aus Kostengründen angehalten, Strom zu sparen». Denn für viele Bereiche und Anlagen habe die Gemeinde per Ende 2022 neue Stromverträge zu massiv höheren Tarifen abschliessen müssen.
Hallenbad passt Öffnungszeiten wieder an
Als wohl wichtigstes Beispiel sei hier das Hallenbad zu nennen. Zürcher gibt zu bedenken, dass die Energiekosten alleine fürs «eau-là-là» von 334 000 Franken im Geschäftsjahr 2022 auf 1 130 000 Franken (gemäss Budget 2023) gestiegen seien. Darum sind auch dort weitere Massnahmen geplant. «Die Öffnungszeiten in Hallenbad und Wellnessbereich wurden sowohl in der Saison wie auch in der Nebensaison leicht gekürzt», kündigt der Kleine Landrat an (siehe auch Inserat auf Seite 24). «So öffnet der Wellnessbereich statt um 10 Uhr erst um 11 Uhr, und das Hallenbad und der Wellnessbereich schliessen in der Saison bereits um 21.30 Uhr anstatt um 22 Uhr.» Diese Massnahmen hälfen mit, die Kosten im Energiebereich etwas zu senken. «Mit diesen relativ kleinen Massnahmen können über das Jahr doch etwa 60 000 Franken eingespart werden», ergänzt Zürcher. Bereits zu Beginn des letzten Winters wurde unter anderem mit verkürzten Öffnungszeiten ein Schritt in Richtung Energiesparen gemacht. Eine weitere damals beschlossene Massnahme, die Wassertemperaturen um jeweils ein Grad zu senken, wurde per 1. April aufgehoben, und es gelten wieder die alten Werte.
Bilanz schwierig
Doch nicht nur im Hallenbad, auch in anderen Bereichen setzte die Gemeinde Energiesparmassnahmen um. Wie viel diese gebracht haben, kann Zürcher aber nicht beziffern: «Wir haben keine Strombilanz über alle Abteilungen erstellt». Auch ob Davos als Ganzes Fortschritte in Sachen Stromsparen gemacht hat, lasse sich nur schwer beurteilen: «Wir haben keine Strombilanz für Davos erstellt. Einen Überblick über den Davoser Stromverbrauch hat das EWD. Aber daraus abzulesen, was nun auf Stromsparmassnahmen und was auf den warmen Winter oder andere Effekte zurückzuführen ist, wäre äusserst schwierig.» Ebenso schwierig ist der Blick in die Zukunft und auf die möglicherweise erneut drohenden Stromengpässe. Doch der Kleine Landrat beruhigt: «Wir sind auf der Gemeinde und auch im Gemeindeführungsstab gut vorbereitet und werden situativ entscheiden, was zu tun ist.»