Wie im Science-Fiction-Film
Hätte Swiss Sliding ihren Bericht noch vor zwei Jahren publiziert, man hätte ihn kaum für möglich gehalten. Der Bob- und Skeletonverband berichtet von Robotern, die Desinfektionsmittel versprühen, Flugbegleitern in Schutzanzügen und Polizeieskorten.
Seit dem 4. Oktober befinden sich Schweizer Athletinnen und Athleten des Bob- und Skeletonverbandes im Trainingslager in China, um sich für die im Februar beginnenden olympischen Spiele in Peking vorzubereiten.
Der Verband spricht von speziellen Bedingungen auf der kompletten Reise, die organisatorisch und finanziell enorm aufwändig ist. Aufwändig, weil die Regeln und der Ablauf immer wieder geändert wurden, wie Swiss Sliding in ihrem Erfahrungsbericht schreibt.
So präsentiert sich die «0-Covid-Strategie»
Auf dem Flug von Frankfurt nach Peking mit der Air China wurde die Delegation von Flugbegleiterinnen in Schutzanzügen von Kopf bis Fuss betreut. «Sie ähnelten eher Kosmonauten oder Gestalten aus Filmen mit Ausserirdischen», heisst es im Bericht von Swiss Sliding. Es folgte der nächste «Schreck», wie es weiter heisst. Für den ganzen Flug gab es pro Person vier abgezählte Flaschen Wasser und in Alufolie eingeschweisstes Fleisch und zwei süsse Brötchen. Vielen Athletinnen und Athleten und Teammitgliedern knurrte am Ende des zehnstündigen Flugs der Magen, weil sie die Mahlzeit zu Beginn des Fluges zu sich genommen hatten und nicht ahnen konnten, dass keine weiteren Mahlzeiten folgten.
Der Magen knurrte auch nach der Ankunft am Flughafen in Peking für weitere Stunden. Zunächst mussten sich die Ankömmlinge medizinischen Tests unterziehen. Die Sicherheitsvorkehrungen gingen indes noch viel weiter als das. Ein ganzer Terminal wurde sicherheitshalber abgeriegelt. Ein beissender Chlorgeruch von den permanent verwendeten Desinfektionsmitteln lag in der Luft.
Weiter ging es mit einer zweistündigen Bussreise zur Olympiabahn. Noch immer wähnte sich das Bob- und Skeletonteam in einem unwirklichen Film. Die Strassen von Peking bis Yanjing wurde für diesen Transport gesperrt, dem nicht genug wurde der Bus zusätzlich von einer Polizeieskorte begleitet.